Sonntag, 28. Januar 2018

Wanderung Impekoven – Bornheim - Sechtem

Am Samstag. Bemerkenswert viel Sonne und blauer Himmel – zumindest in der Bonner Gegend. Die Sonne wärmt schon etwas, wenn sie mir auf den Rücken scheint.

An der S-Bahn-Haltestelle Impekoven südwestlich von Bonn stieg ich aus. Das ist hier die Gegend südlich von Alfter mit Ortsnamen wie Impekoven, Odekoven, Birrekoven und kleinteiliger, ökologisch wertvoller Agrarlandschaft mit alten Obstbäumen und zumeist Pferdeweiden. 


>Selten sah ich in letzter Zeit eine Katze in photogener Umgebung. Diese hier, gesehen in Impekoven, wärmte sich ach etwas in der Sonne.<



>Trafostation und der alte Wasserturm in Oedekoven. Ein seltenes, schützenswertes architektonisches Ensemble.<

Ein bisschen Wald war auch Teil der Tour – sehr matschig:


Auf manchen Wegen gab es generell viele Pfützen. 


>Landschaft südwestlich von Birrekoven<



>Blick auf die Kirche von Brenig und in das Rhein-Tal. Fichten werfen einen Schatten quer durchs Bild.<

Später lief ich durch Brenig und Ausläufer von Bornheim.


>Fachwerk-Hof in Brenig<

Ich querte dann die Bahnstrecke Köln – Bonn. Danach ging es einige Kilometer über flaches Land nach Sechtem. 


 >Pfützen an der Bahnstrecke Köln - Bonn<

Bemerkenswerterweise wächst noch etwas, kommerziellen Pfefferminz-Anbau sah ich beispielsweise: 


 >Pfefferminze - die Pflanzen scheinen winterfest zu sein. Oder man spekuliert auf einen sehr milden Winter.<



>Auf diesem Erdbeer-Feld steht viel Wasser. Weiter im Hintergrund glänzt aber nicht das Wasser, sondern die Erdbeeren werden auf kleinen Wällen unter linienförmigen, schwarzglänzenden Folien angebaut.<



>Diese Salbei-Plantage bei Sechtem sah gar nicht gut aus. Die Folien waren zum Teil zerrissen. Die Pflanzen waren zwar nicht tot, aber haben vielleicht dennoch zu viel Kälte und/oder Nässe abbekommen. Möglich, dass die Gewächstunnel auch durch den letzten größeren Sturm erheblich beschädigt worden sind.<

16 – 17 km war diese Wanderung lang. 

Samstag, 27. Januar 2018

Sound-Welten (02/2018)

So wirklich überzeugen wollte mich keines der Alben dieser Prüfserie. Das Album von Ghostpoet gefiel mir vielleicht noch am besten.

Arbouretum. Album: Song of the Rose (2017). Sechstes Album einer US-amerikanischen Psychedelic-Rock-Band. Dunkler Touch, schroff und gitarrenlastig, kann man mal anhören, aber aus meiner Sicht nichts Besonderes. SHR: 10 T – 59 T. WD: 3/d. 

Big Thief. Album: Capacity (2017). Zweites Album einer US-amerikanischen Folk-Indie-Rock-Band mit Lady am Micro. „Eines der besten Folk-Rock Alben des Jahres“, meint br. Mir hat es stilistische zu wenig Ecken und Kanten, aber die Sängerin ist interessant. SHR: 638 T – 2.973 T. WD: n.v. 

Candelilla. Album: Camping (2017). Drittes Album einer deutschen Indie-Soft-Rock-Band mit Lady am Micro. Oft Spoken-Word-Songs mit deutschen Texten und stilistischer Ähnlichkeit zu Anne Clark, aber nicht nur. Durchgängig gelungen finde ich das Album nicht, aber manche Songs sind gut anhörbar. Anspieltipp: „Trocken und staubig“. SHR: 1 T – 6 T. WD: 4/d. 

Dunkelschön. Album: Abraxas (2017). Siebtes Album einer deutschen Band, die im Bereich Mittelalter-/Dark Folk zu Hause ist und wahrscheinlich auch zunehmend Rock-Elemente in die Alben integriert. Male/female-Gesang, deutsche Texte. Mitunter kommen sehr sentimental-dunkle Songs dabei heraus, aber eben auch MA-Trink- und Feierlieder. Eine solche stilistische Heterogenität auf einem Album nach dem Motto „für jeden Geschmack etwas dabei“ gefällt mir generell nicht so. Anspieltipp: „Schloss aus Licht“. SHR: 1 T – 3 T. WD: 9/d. 

EERA. Album: Reflection of Youth (2017). Debut-Album einer Norwegerin. Etwas zu süsslich für meinen Geschmack. „Sie zieht lange, manchmal lautmalerische Bahnen durch flirrende Klangareale und Hallräume des Indie-Rock“, konstatiert der musikexpress. SHR: 6 T – 75 T. WD: n.v. 

Fiddler's Green. Album: Devil's Dozen (2016). Ca. Album No. 13 einer deutschen Folk-Rock-Band. Schon über 25 Jahre aktiv, ist sie erst in diesem Jahrzehnt wirklich erfolgreich geworden. Aber dieser fröhlich-treibende Folk-Rock ist nicht mein Ding. Könnte wohl auch im Karneval als Anheizer auftreten. SHR: 79 T – 319 T. WD: 109/d. 

Ghostpoet. Album: Dark Days & Canapés (2017). Viertes Album eines britischen Singer-/Songwriters nigerianischer Abstammung. In England recht erfolgreich. Man kann den nur leicht dunklen Sound dieses Albums ganz gut anhören, aber ein wirklich zündender Funke wollte bei mir nicht überspringen. SHR: 70 T – 469 T. WD: 11/d. 

Hundred Waters. Album: Communicating (2017). Drittes Album einer US-amerikanische Indie-Pop-Band mit Lady am Micro. Ätherisch, aber etwas zu süsslich für meinen Geschmack. „Eine beeindruckende Balance zwischen leisen Tönen und poppigem Aufbrausen, Unterkühltheit und Hoffnung“, meint laut. SHR: 66 T – 596 T. WD: n.v. 

In This Moment. Album: Ritual (2017). Album No. 6 einer US-amerikanischen Rock-Band mit Lady am Micro. Melodramatischer Sound mit erheblichen Krachfaktor. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. SHR: 543 T – 4.858 T. WD: 65/d.  

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 

Mittwoch, 24. Januar 2018

Filmwelten: Das Milan-Protokoll und andere Filme

Diese drei zuletzt von mir im Kino angeschauten Filme slnd relativ komplex inszeniert und vermutlich kann nicht jeder den Geschichten immer folgen. So ging es jedenfalls mir. 

Peter Ott's Film Das Milan-Protokoll spielt in der Grenzregion Irak/Syrien und handelt von einer deutschen Ärztin (Catrin Striebeck), die im irakisch-kurdischen Gebiet tätig ist und zu einem Hilfseinsatz im syrischen IS-Gebiet gerufen wird, um eine verletzte Deutsche zu behandeln. Bei dieser Mission wird sie entführt. Der Film handelt von ihren „Haftbedingungen“, ihrem Freikauf und der Aufarbeitung der Geschehnisse in Rückblenden.

Wer nicht so richtig durchblickt, muss sich keine Sorgen machen, denn die Situation vor Ort war/ist schwer durchschaubar. Insoweit bildet der in sich verschachtelte Film nur die Wirklichkeit ab. 

Durchzogen von Phantasiesequenzen und dokumentarischen Zwischenbildern changiert [der Film] zwischen dem Angebot zum Eintauchen in einen Spionagethriller und der ästhetischen Aufforderung zur distanzierten Betrachtung“, meint indiekino

Für einen deutschen Film ist dieser Film ziemlich spannend gemacht.

François Ozon's Thriller Der andere Liebhaber ist – trotz Katze, die beim Sex zuschauen darf - eine ziemlich artifiziell-kühl inszenierte Dreiecks-Beziehungsgeschichte, die auch mit Horror-Elementen aufwartet. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau (Marine Vacth), die wegen ungeklärter Bauchschmerzen den Dienst eines Psychotherapeuten in Anspruch nimmt, der ihr verfällt. Durch Zufall erfährt sie später, dass dessen Zwillingsbruder ebenfalls Psychotherapeut in der Stadt ist.

Sie beginnt auch beim Bruder eine Therapie, die schon sehr bald in eine heftige Sex-Beziehung mündet. Keinem der beiden Brüder erzählt sie von der Beziehung zum jeweils anderen Bruder. Sie versucht vielmehr, die Geheimnisse der Brüder, die sich strikt aus dem Weg gehen, zu ergründen. Logisch, dass es zur Konfrontation kommt. 

Ozon beherrscht das Spiel mit Spiegelungen und Doppelungen nahezu perfekt und scheut auch nicht davor zurück, immer wieder campy und sexy zu sein“, meint kino-zeit. Die Frau fand ich schon bei Ozon's sehenswerten Film „Jung & schön“ (2013) aufregend. Das ist sie (aus meiner Sicht) auch hier, aber ihr Auftreten und die Geschichte wirkten auf mich wie eine spröde verfilmte Versuchsanordnung.

Agnieszka Holland's Film Die Spur ist insbesondere interessant für jene Menschen, die nicht einverstanden sind mit der Jagd und den Tierhaltungsmethoden in Europa und sich insgeheim die Rache der Natur erhoffen (und das sind nicht wenige). 

Die Geschichte spielt in den Bergen Süd-Polens. Im Mittelpunkt steht eine ältere Frau, die einsam in einem Hof in den Bergen wohnt und häufig mit ihren zwei Hunden unterwegs ist. Die Ballerei der Jäger im Winter ist ihr verhasst, außerdem gibt es Wilderer, die mit Fallen jagen, und manchmal findet sie eine Tierleiche in diesen Fallen.

Als eines Tages ihre Hunde weg sind, ist sie psychisch schwer getroffen. 

Sie erstattet öfter mal Anzeige wegen Wilderei oder Mord an einem Wildschwein, das sie gefunden hat. Doch ihre Anzeigen verpuffen wirkungslos bei der örtlichen Polizei. Das Problem ist generell, dass sie praktisch immer ihre Nachbarn anzeigt, die mehr oder weniger alle Jäger sind und sich dadurch nicht gerade beliebt macht. 

Später kommt es dann zu Todesfällen unter den Dorfbewohnern, und sie versucht, der Polizei klar zu machen, dass sich die Tiere nun rächen. Die Inszenierung ist etwas spröde, aber der Film punktet mit Natur- und Wildtier-Aufnahmen sowie einer glaubwürdigen Darstellung funktionaler Dorf-Beziehungen, in der fast alle Männer mit der Jagd zu tun haben, oft gemeinschaftlich jagen und auch der Priester ihr Tun sanktioniert und das Töten der Tiere verteidigt. 

Der Rezensent bei kino-zeit hat hat mit seinem Schlusssatz allerdings recht: „Schade ist einzig, dass der Film am Ende dann doch der Intelligenz des Zuschauers nicht so ganz vertraut und Erklärungen gibt, die manches offenbaren, was lieber im Nebel der Wälder und unter dem winterlichen Schnee der Berge verborgen geblieben wäre“. Ich bin auch etwas enttäuscht, dass es kein waschechter Mystery-Thriller geworden ist.

Prognose/Wertung: Diese Filme noch einmal ansehen? 

Ich bin da etwas unsicher. Für das Verständnis einiger Szenen könnte es hilfreich sein, aber wenn, dann würde ich die Filme sowieso erst frühestens in 7/8 Jahren noch einmal anschauen. 

Sonntag, 21. Januar 2018

Sieg-Spaziergang Hennef - Siegburg

Um 3 Grad. Heiter bis wolkig, mit etwas Hagelschauer. Nass, kalt, matschig war es heute an der Sieg. Dabei dachte ich, dass gerade dieser Weg, der größtenteils auf einem Siegauen-Damm entlang führte, verhältnismäßig trocken sein sollte. 


>Altes Fabrikgebäude an der Sieg, Hennef<



>Die Sieg bei Hennef<



>Kormoran an der Sieg, nahe Hennef<



>Siegaue bei Hennef<



>Mit Graffiti bemalter Faulturm der Kläranlage Hennef<



 >Der Weg auf dem Damm in der Siegaue - super nass<




>Altes Haus, Siegburg. Früher war hier bestimmt unten einen Gaststätte drin.<
 

>"Auf Der Arken" heisst dieses alte Haus in Siegburg; stammt aus dem beginnenden 15. Jahrhundert. Unteres Bild: Dachgauben (Detail)<


9,5 km war die Strecke lang. Am Ende wärmte ich mich bei Kamps im Bahnhof Siegburg mit Kaffee auf und aß ein Schweinsohr, bevor ich in die Bahn nach Köln stieg. 

Sound-Welten (01/2018)

Irgendwie komme ich kaum noch dazu, Musik zu hören - und daher finde ich auch nichts. So wirklich überzeugen wollte mich keines der Alben dieser Prüfserie. Das Album von Modern Studies gefiel mir vielleicht am besten.

Modern Studies. Album: Swell To Great (2017). Relativ melancholisches Debut-Album einer britischen Folk-Indie-Band mit Lady am Micro und gelegentlichem Duett-Gesang mit Mann. Es enthält einige wenige wirklich gute Songs. Ein „Soundtrack zum Fallende-Blätter-Beobachten und Teetrinken“, meint intro. SHR: 3 T – 20 T. WD: n.v. 

The Narcotic Slave Orchestra. Album: Love, Art, Intoxication - Musick for Flies (2005). Dieses Debut- und einzige Album einer deutschen Kraut-/Space-Rock-Band – in Eigenproduktion entstanden - fällt wahrscheinlich in die Rubrik „längst vergessen“, auch wenn man es bei spotify anhören kann. Mit häufig psychedelisch-krautigem Jams in manchmal über 20-minütigen Stücken und Klangkollagen schafft es das Werk auf 150 Minuten. Das 23-minütige „Fuckmusick“ kann überzeugen, aber der Rest ist aus meiner Sicht oft eher Mittelmaß. Auf den babyblauen Seiten gibt es eine Plattenkritik. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Public Service Broadcasting. Album: Every Valley (2017). Drittes Album einer britischen Pop-/ArtRock-Band. Mainstreamig. Auf dem neuen Album bedient man sich diversen GastsangerInnen. In England recht erfolgreich, aber ich kann mit dem Sound wenig anfangen. „Ein dokumentarisches Konzeptalbum über die walisische Kohle-Industrie“, konstatiert byte.fm. SHR: 142 T – 487 T. WD: n.v. 

Rainer Maria. Album: Rainer Maria (2017). Nach rd. 10-jähriger Pause ist dies das etwa sechstes Album einer in Deutschland wahrscheinlich nicht sehr bekannten US-amerikanischen Emo-Rock-Band mit Lady am Micro. Schön schroff, mit vielen Krachig-/Leise-Songs. Kann man anhören, ohne haben zu müssen, sage ich mal. SHR: 14 T – 227 T. WD: n.v. 

Sorcerer. Album: The Coming of the Fire King (2017). Nach zwei Eigenveröffentlichungen in den 1980er/90er Jahren und über 20-jähriger Pause hat diese schwedische Epic-Metal-Band in den letzten Jahren zwei reguläre Alben herausgebracht. Das neueste Alben enthält epische Songs, die die 10-min-Marke erreichen können. Stilistisch ist das Album recht klassisch-melodisch. Nicht schlecht, aber ich meine, diesen Sound früher schon 1.000 mal gehört zu haben. SHR: 4 T – 48 T. WD: 25/d. 

Torsten Goods. Album: Thank You Baby! (2015). Etwa siebtes Album eines deutschen Jazz-Gitarristen und Sängers. Etwas zu gefälliger Jazz aus meiner Sicht, wenig Ecken und Kanten, aber immerhin etwas melancholisch. SHR: 5 T – 35 T. WD: 11/d. 

Vuur. Album: In This Moment We Are Free – Cities (2017). Debut-Album einer niederländischen Progressive-Metal-Band, die von der ehemaligen The-Gathering-Sängerin Anneke van Giersbergen gegründet wurde. In den Niederlanden schaffte es das Album auf Platz 2 der Charts, aber ansonsten konnte der aus meiner Sicht ruppig-schroffe, wenig eingängige Sound nirgendwo so richtig punkten. Selten kommen die Gesanglinien mal wirklich in den Vordergrund durch. SHR: 24 T – 147 T. WD: 25/d. 

Wolf Mountains. Album: Superheavy (2017). Zweites Album einer deutschen Post-Grunge-Band. Ein „Alternative-Rumdumschlag vom Feinsten“, meint musikreviews. Mir selbst hat der Sound (und die Voice des Sängers) aber nicht so zugesagt. SHR: 1 T – 2 T. WD: n.v. 

Zimt. Album: Glückstiraden (2017). Zweites Album einer deutschen Pop-/NDW-Band. Zwei Mädels singen (auf deutsch) und bedienen diverse Instrumente, außerdem gibt es noch einen Schlagzeuger. Ich sage mal, auf die poppigeren Stilvarianten der „Neuen Deutschen Welle“ stand ich noch nie wirklich. „Wave-Pop für traurige Rummelkinder“, meint musikexpress. SHR: 1 T – 4 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 
 

Dienstag, 16. Januar 2018

Wanderung Horrem – Fischbachhöhe - Königsdorf

Sonntag. Die erste Wanderung im Jahr 2018. Und es war nicht gerade warm, so 3 – 5 Grad. Heiter bis wolkig, aber Sonne gab es nicht. Die Tour startete ich am Bahnhof Kerpen-Horrem. In diesem Ortsteil sind einige Mühlen und Burgen gut erreichbar. Ich war aber nur an der Horremer Mühle und am Schloss Frens, das schon näher an Quadrat-Ichendorf liegt. 


 >Horremer Mühle. Unten zugehörige Schafweiden.<





 >Blick Richtung Quadrat-Ichendorf und Fischbachhöhe. Man sieht die Dampfwolken der Kraftwerke bei Niederaußem.<


>Schloss Frens. Auf dem unteren Photo sieht man möglicherweise eine alte Trafostation, aber ich bin da nicht sicher. Sie ist im Innenhof, umgeben von einer dreiflügeligen ehemaligen Anlage von Wirtschaftsgebäuden. Heute sind diese längst zu Privat-Wohnungen umgebaut.<


In Quadrat-Ichendorf wanderte ich am Rande eines Gewerbegebietes hoch auf die Fischbachhöhe, eine alte Braunkohle-Abraum-Halde. Erwartungsgemäß gibt es dort nicht viel zu sehen. Ackerbauliche Agrarsteppe sozusagen:


Auf die andere Seite zur Glessener Höhe zu kommen, macht leider einen 3 km langen Umweg erforderlich, denn die beiden Braunkohle-Abraum-Halden werden von der Nord-Süd-Kohlenbahn getrennt. Diese Trasse zu überqueren, ist zwar nicht gefährlich, aber wegen der steilen, zugewucherten Böschungen schwierig. 

Die Wege an der Glessener Höhe sind erwartungsgemäß oft nicht sehr spannend: 


Oft sehr breite Wege, große Lastwagen könnten hier fahren, und das ist nichts, was der Wanderer als Wanderweg optimal findet. Es ist einfach alles primär auf Agrar- und Forstwirtschaft ausgelegt. 

Südöstlich der Glessener Höhe kommt man durch Altwald-Naturschutzgebiet. Es gibt ältere Bäume, Teiche, Tümpel, und wahrscheinlich der letzte Sturm hat einige Schäden angerichtet. Man sah sowohl abgebrochene als auch entwurzelte Bäume. 


>Im Altwald-Gebiet, Königsdorfer Wald. Echte Tümpel, aber auch neue episodische Tümpel durch Sturmschäden. Der Boden ist hier wenig durchlässig und die wahrscheinlich vorhandene Staunässe bedingt geringe Durchwurzelungstiefen.<


Am Westrand von Königsdorf bin ich planmäßig aus dem Wald rausgekommen. 


>Kirche, Königsdorf<

In Königsdorf gibt es eine S-Bahn-Haltestelle, die mein Ziel war. 

Ca. 15,5 km war diese Tour lang. 

Sonntag, 7. Januar 2018

Filmwelten: Das Leuchten der Erinnerung und andere Filme

Das Thema „Alzheimer“, hier synonym verwandt für alle ähnlichen Krankheitsbilder, hat in den letzten Jahren zunehmend auch Eingang in das Kino gefunden. „Still Alice“ war in 2015 ein beeindruckender US-Film, in dem Julianne Moore in der Rolle eine Literatur-Professorin sämtliche Vorbereitungen trifft, um am Ende ihre Würde zu wahren und dennoch scheitert. Und auch der israelische Film „Am Ende ein Fest“, der ebenfalls in 2015 lief, sollte erwähnt werden, da er eine ganz andere Herangehensweise an die Thematik hat. 

Das Jahr 2018 startete nun mit Paolo Virzì's Film Das Leuchten der Erinnerung. Ein altes Ehepaar geht hier im Osten der USA auf eine Reise mit dem eigenen, zuvor schon praktisch eingemotteten Wohnmobil. Die Reise soll zu Orten führen, an denen sie früher mal schöne Stunden/Tage verbracht haben. Ziel ist die Südspitze Floridas. Die Frau, schwer krank, möchte ihrem deutlich älteren Mann, der an Alzheimer leidet, diese Orte noch einmal zeigen, um Erinnerung aufzufrischen. Sie hat auch einen Dia-Projektor eingepackt, um ihrem Mann alte Dias open-air auf den Camping-Plätzen zeigen zu können. Die Kinder sind entsetzt, sie haben vom Reiseplan nichts gewusst und die Mutter lässt sich zwar manchmal telefonisch erreichen, gibt aber ihren Aufenthaltsort nicht Preis. 

“Alzheimer“-Filme im Kino können nur Erfolg haben, wenn sie die Thematik nicht bierernst-depressiv abhandelt, sondern eine berührende, ausgewogene Mischung aus moderater Situationskomik, Fremdschämen und ernsten Tönen/Bildern bieten. Dieser Film schafft das ganz gut, und das ist natürlich auch dem schauspielerischen Können von Donald Sutherland und Helen Mirren zu verdanken. 

Besonders gut gefiel mir auch das Ende des Films. Der Mann konnte es nicht mehr, aber die Frau konnte noch den richtigen Zeitpunkt erkennen und entscheiden, in Würde aus dem Leben zu scheiden. Sie entscheidet für beide. 

Ein wirklich würdiges Sterbe-Szenarium wie in Richard Fleischers berühmten SF-Film „Soylent Green“ (1973) konnte sie allerdings nicht wählen. Dazu ist die amerikanische Gesellschaft – und erst recht die deutsche Gesellschaft - nicht in der Lage, die Voraussetzungen zu schaffen, obgleich es seit Jahrzehnten weder ein finanzielles noch ein technisches Problem ist. Man tritt aus meiner Sicht auf der Stelle, konservative Kräfte, in der Regel unterstützt durch mächtige Lobby-Verbände und Medienarbeit, setzen sich meist durch und verhindern oft jede geistig-technische Entwicklung. 

Spielfilm attestiert dem Film, dass „vor allem der genaue Blick sowohl auf die Probleme, als auch auf die Stärken des Paares beeindruckt“.

Aktan Arym Kubat's Film Die Flügel der Menschen, der ebenfalls kürzlich im Kino anlief, führt uns in ein kirgisisches Dorf. Dort werden mitunter Pferde gestohlen, die oft verkauft werden und verschwinden, mitunter wird ein Pferd aber auch frei gelassen. Nachdem ein wertvolles Rennpferd gestohlen wurde, ist dessen Besitzer, der auch selbstverständlich auch zu den Mächtigen im Dorf gehört, erbost. Die örtliche Polizei nimmt erst einmal einen aus der Vergangenheit bekannten Pferdedieb fest und schlägt ihn zusammen, um ein Geständnis zu erpressen, das aber nicht kommt. Stattdessen wird später eine Falle für den Dieb ersonnen. 

Die Falle schnappt erfolgreich zu. Bedauerlicherweise handelt es sich um einen Verwandten des Besitzers, der mit dem Schicksal der kirgischen Pferde im Allgemeinen hadert und daher ihre Freilassung betreibt. 

Der tendenziell düster-melancholische Film zeigt viel von der Lebensweise in einem Bergdorf Kirgisistans. Es tritt ein Dorf-Gericht zusammen, um den Fall zu verhandeln, und es werden andere Probleme angeschnitten wie die Stellung der Frauen in der Gesellschaft, die Entstehung von Gerüchten in kleinen Dorfgemeinschaften oder das Eindringen islamischer Glaubensvorstellungen. Und der Film zeigt auch eine tolle, aber karge Berglandschaft. Insgesamt gelungen. 

Der Regisseur „vereint subtilen Humor mit Alltagsdokumentation und der Zeit der Mythen, die sein Heimatland Kirgisistan umgeben“, meint kino-zeit. 

Philippe Lioret's Film Die kanadische Reise erzählt von einem Mann, der vom Tod seines ihm bisher unbekannten Vaters unterrichtet wird und kurzerhand von Frankreich nach Kanada aufbricht, um an der Beerdigung teilzunehmen und seine „neuen“ Verwandten kennenzulernen. Der Empfang ist zunächst etwas kühl, und es zeigt sich, dass dies seine Gründe hat, da seine Halbbrüder untereinander zerstritten sind.

Der Film ist souverän-nüchtern in Szene gesetzt, Handlung und DarstellerInnen wirken authentisch. Aus meiner Sicht gibt die Geschichte jedoch nicht allzu viel her. 

Der Regisseur „erkundet komplizierte Familienbeziehungen nach den Regeln eines Thrillers, der den Zuschauer erst allmählich in seine Mysterien einweiht“, sagt epd-film

Lioret's Filme „Die Frau des Leuchtturmwärters“ (2004) und „Keine Sorge, mir geht's gut“ (2006) gefielen mir jedoch besser. 

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Das Leuchten der Erinnerung: ja, vielleicht. 
Die Flügel der Menschen: ja, vielleicht. 
Die kanadische Reise: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
 

Bücherwelten: Fabio Geda „Im Meer schwimmen Krokodile“


So traurig das ist, die wirklich spannenden Reisen sind heutzutage wahrscheinlich keine Urlaubsreisen, sondern Flüchtlingsgeschichten. Und sie werden meist nicht in einem Blog erzählt. 

Fabio Geda's italienischer Roman „Im Meer schwimmen Krokodile“, der im Original bereits in 2010 erschien, erzählt so eine Flüchtlingsgeschichte, die in Afghanistan beginnt und über Pakistan, Iran, der Türkei und Griechenland nach Italien führt. Geradezu ein klassisch-typischer Fall, meint man heute, aber damals wurde das Buch noch ein in viele Sprachen übersetzter Bestseller. 

In einfachen, aber prägnanten Sätzen wird aus Sicht eines anfangs etwa 10-jähriger Jungen erzählt, wie es kommt, dass er von seiner afghanischen Mutter in einem pakistanischen Gästehaus der Stadt Quetta geplant, aber ohne Vorwarnung über Nacht zurückgelassen wird und sich fortan ohne nennenswerte Geldmittel selbst durchschlagen muss. Deshalb dauert seine Reise auch 4 – 5 Jahre, denn ohne Geldmittel kommt man mancherorts nicht weiter und muss daher zunächst arbeiten, um das Geld zu ersparen. 

Sehr eindringlich und nachvollziehbar wird auch erzählt, an welchen „widrigen Umständen“ es liegt, dass die Flüchtlinge nach Europa wollen und nicht etwa in Pakistan, dem Iran oder der Türkei bleiben wollen, wo sie als Illegale zwar eventuell Schwarzarbeit bekommen, aber hemmungslos ausgebeutet werden und/oder wenig erträglichen oder gefährlichen Tätigkeiten nachgehen müssen; im vorliegenden Buch z.B. in einem Steinsägewerk im Iran. 

Die Motive für die Flucht bzw. Reise sind also nachvollziehbar dargelegt. Das von Christiane Burkhardt fabelhaft übersetzte Buch kann gefallen. 

Die Reise endet in 2005. Heute schreiben wir das Jahr 2018. Hat sich seither etwas an der Sicherheitslage bzw. an der Situation der Flüchtlinge verbessert? Ich bezweifle das. Die eventuell aufkommenden Frage, weshalb die örtlich/regional involvierten Verantwortlichen vielerorts nicht Willens oder in der Lage sind, Konflikte nachhaltig zu lösen bzw. mit ein paar Tausend Terroristen und Separatisten fertig zu werden, kann ich an dieser Stelle leider auch nicht wirklich schlüssig beantworten.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Windig

Windig in Köln. Andernorts war man mehr betroffen. Auf dem Weg zur Arbeit am Morgen hatte die KVB-Anzeige zwar Störungen zu vermelden, aber meine Straßenbahn kam zu dieser Zeit schon wieder pünktlich.


>Sturm-Auswirkungen, Köln-Südstadt. Aber umgefallene Bäume sah ich nicht.< 

Montag, 1. Januar 2018

Spaziergang in Köln

Ich schaute auf den Regenradar und den Wetterbericht und fand eine vielversprechende Lücke, um mir an diesem Neujahrstag doch noch die Beine zu vertreten und machte einen Spaziergang von der Südstadt nach Poll und Rodenkirchen.


>Am Fort im Friedenspark, Köln-Südstadt< 


 
>Der Weg über die Südbrücke lohnt eigentlich immer, weil man das Köln-Panorama mit Dom und Kranhäusern hier sehr gut sieht.<
 



>Hinter der Südbrücke kommt man am Schrottplatz Theo Steil und am Deutzer Hafen vorbei - eine vergleichsweise interessante Gegend für Industrie-Romantiker mit Graffiti, verfallenden Gebäuden und Technik.< 

 




Köln-Poll, das existiert für mich als linksrheinischer Kölner Bewohner nur am Rande der Wahrnehmung. Im Zentrum der Ortslage war ich - glaube ich - zuvor noch nie:


Ansonsten bedeutet die Wegstrecke, über die zwei Rheinbrücken zu gehen. Das habe ich auch schon mehrmals gemacht. Wenn man aber am Rheinufer lang geht, sieht man nicht viel von Poll, weil der Ortsteil von einem mindestens 3 m hohen Hochwasserwall geschützt wird:


Über die Rodenkirchener Brücke kommt man nach Marienburg oder Rodenkirchen. Dort kann man in die Straßenbahn der Linie 16 einsteigen und in die Südstadt zurückfahren.


>"Alte Liebe", Köln-Rodenkirchen. Man sieht am Baum im Vordergrund, dass der Rhein relatives Hochwasser führt. Auf der anderen, Poller Seite des Rheins hätte man am Uferweg nicht weitergehen können.<

Ca. 7,5 km war dieser Spaziergang lang. Und es regnete in der Tat nicht. Wohl aber später.