Samstag, 12. Mai 2018

Auf nach Vilnius

Heute geht's los, die Reise startet.

Das sagt der Wetterbericht bei wetteronline im Moment:


Das Wetter ist ähnlich, vielleicht etwas besser im Moment als in Köln. Hier in Köln ist es im Grunde zu warm, um in Urlaub zu fahren. Da bin ich ja schon verschwitzt, bevor ich überhaupt am Flughafen hier bin. Ich habe es lieber kalt in Köln und fahre dann ins Warme. Naja, kann man nichts machen. 

Wenn Technik und Umstände es zulassen, gibt es eine Berichterstattung bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh während der Reise.  

Freitag, 11. Mai 2018

Bücherwelten: Die Geschichte von Zeb

Die Kanadierin Margaret Atwood halte ich wohl für eine der größten Schriftstellerinnen forever. „Die Geschichte von Zeb“ (orig.: MaddAddam, 2013) ist der letzte Teil einer Endzeit-Trilogie, zu denen noch „Oryx und Crake“ (2003) sowie „Das Jahr der Flut“ (2009) gehören.

Frau Atwood hat einfach die Gegenwart fortgeschrieben - und diese führt zum Untergang der Zivilisation. Hach, welch ein Scharfblick!

In Rückblenden wird erzählt, wie es dazu kam, und wie es sich so lebt in den Ruinen.

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh habe ich noch etwas mehr dazu geschrieben.

Sonntag, 6. Mai 2018

Kinowelten: Madame Aurora und der Duft von Frühling

Blandine Lenoir's Film erzählt Alltagsgeschichten aus dem Leben einer Frau und Mutter (Agnès Jaoui), von ihren beiden fast erwachsenen Töchtern, die dabei sind, das Haus endgültig zu verlassen und ihrem sozialen Umfeld. Auch geht es um das älter werden, Jobgeschichten und eine sich anbahnende Liebesromanze. 

Es sind starke, selbstbewusste Frauen, die in diesem Film gezeigt werden und ihr Leben in die Hand nehmen; die Männer sind eher Beiwerk. 

Eine „bei allem Humor nie albernen und bei aller Emotionalität nie kitschigen Feelgood-Comedy“, resümiert epd-film. Das sehe ich auch so, der Film ist recht gut gelungen. 

Freitag, 4. Mai 2018

Eine Eifel-Wanderung bei Bad Münstereifel

Am letzten Sonntag war es bis zu 23 Grad warm, aber wettertechnisch unsicher. Ab und zu regnete es ein wenig oder nieselte, aber ansonsten hatte ich Glück mit dem Wetter. 



Start- und Endpunkt der rd. 15 km langen Wanderung war der Bahnhof in Bad Münstereifel. Den Photo-Bericht habe ich bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh hinterlegt.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Kinowelten: A Beautiful Day

Lynne Ramsay's Film „A Beautiful Day“ erzählt von einem Auftragskiller, der ein junges Mädchen aus einem Edelbordell befreien soll. In seiner oft sentimental-nostalgischen und durchaus nicht übermäßig brutalen Machart kann die Inszenierung weitgehend überzeugen, nur die Geschichte selbst erzählt nicht viel umwerfend Neues. 

Der Protagonist (Joaquin Phoenix) kämpft außerdem mit den Dämonen in seinem Kopf, die in Form von visualisierten kurzen Flashbacks häufiger im Film zu sehen sind. Eine nachvollziehbare Geschichte zu seiner Vergangenheit wird nicht erzählt, man kann sich aus den Fragmenten nur etwas zusammenreimen. 

Das Ende des Films kann jedoch überzeugen, es erzählt etwas über den etwas merkwürdig anmutenden Filmtitel. 

Die Regisseurin „erzählt ihre sattsam bekannte, arg minimalistische Geschichte als einen assoziativen Albtraum, in dem die Erklärungen nur aus den bekannten Genretopoi bestehen, die in Halbsätzen und Bildfetzen als Interpretationshilfen angeboten werden“, meint kriminalakte

Ich denke mal nicht, dass ich diesen Film irgendwann nochmals sehen muss. 

Dienstag, 1. Mai 2018

Köln-Motive und neue Reise-Kamera

Am Neumarkt in Köln ist wieder der Balkon-/Gartenpflanzenmarkt. Ich war nur kurz da, kaufte zwei Pepperoni- und eine Paprika-Pflanze. Mehr Pflanzen-Bedarf habe ich jetzt vorerst nicht mehr. 


Am letzten Freitag entschied ich spontan, sofort eine neue Reise-Kamera für die Jackentasche zu kaufen – kauftechnisch anscheinend einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, denn immerhin war dies schon der 11. Digital-Kamera-Kauf. 

Ich schaute erst mal in die Schaufenster eines Photogeschäfts und schrieb mir auf, welche Kamera in Frage kommen könnte. Abends forschte ich zu diesen wenigen ausgeguckten Modellen etwas im Internet und bereits am Samstag setzte ich das Projekt dann in die Tat um und kaufte die Panasonic Lumix DMC-TZ101 direkt im Mediamarkt. 


Ein Ergebnis der Internet-Recherche war auch, dass ich die Kamera dort zum (fast) günstigsten Preis erwerben könne. Mit 529.- € war das jetzt allerdings mein bisher teuerster Kamera-Kauf. Die Kamera hat zwar nur einen 25-250 mm-Zoom, dafür aber Dinge, die die anderen Kameras nicht hatten, beispielsweise einen 1-Zoll-Bildsensor und einen Sucher. Details über die Kamera könnt ihr z.B. beim pc-magazin nachlesen.

 >Auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes war viel los<
 

Freitag, 27. April 2018

Kinowelten: Lady Bird

Greta Gerwig's Film „Lady Bird“ spielt in Sacramento und fällt in die Rubrik „Coming-of-Age-Film“. Manchmal denke ich durchaus, zu alt für solche Filme zu sein, aber andererseits, wenn sie gut gemacht sind, kann der Kino-Besuch auch lohnen. 

Die 17-jährige Protagonistin (Saoirse Ronan) geht auf eine von Nonnen geführte katholische Schule, hat Probleme mit sich, ihren verarmenden Eltern, möchte am liebsten weit weg, an eine High School an der Ostküste. Erste Liebe, Mode, Schul-Theater, Religion spielen eine Rolle im Film. 

Das ist alles sehr schön ausbalanciert erzählt. Oft typische Themen wie Mobbing und Gewalt spielen keine Rolle im Film. 

Für deutsche Verhältnisse ist zu viel Religion im Film; andererseits werden die Nonnen durchaus als aufgeschlossen dargestellt. 

Ein angenehm unaufgeregter Film über gelingende weibliche Selbstermächtigung“, meint epd-film.

Donnerstag, 26. April 2018

Eine Eifel-Wanderung um Gerolstein

Am letzten Samstag wanderte ich wieder in der Eifel, diesmal um Gerolstein. So richtig Power hatte ich nicht, aber es ging. 


>Löwenburg, Gerolstein<

Den Bericht habe ich mit mehr Photos bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gepostet.

Mittwoch, 25. April 2018

Zwei Filmkonserven: "El Bar" & "The Witch"

La-Mamma empfahl hier den Film El Bar (2017) von Alex De La Iglesia. Diesen Film sah ich neulich auf DVD. Er spielt in bzw. unter einer Bar in Madrid. In der Bar befinden sich am hellichten Tage eine Handvoll Leute. Draußen geht irgendetwas Merkwürdiges vor, auch kommt ein Mann in die Bar gelaufen und verschwindet sofort in der Toilette. Die ersten zwei Personen, die die Bar nacheinander verlassen, werden direkt erschossen. Draußen ist der Platz inzwischen menschenleer, nichts rührt sich, und in der Bar traut sich niemand mehr raus. 

Drinnen in der Bar wird nun spekuliert, was passiert ist. Auch greifen gegenseitige Verdächtigungen um sich. Dann erinnert man sich an den Mann, der in die Toilette gelaufen ist. Diesen findet man dort sterbend vor, und es wird klar, dass es wohl eine Krankheit/Seuche ist. 

Mit Waffengewalt zwingen dann zwei Personen die anderen, in den Keller abzusteigen und die Leiche mitzunehmen, die sie berührt hatten. Während oben Schüsse fallen und klar wird, dass die Bar gestürmt worden ist, finden die fünf Personen unten bei der Leiche vier Spritzen Gegenmittel und sie finden ein Loch, das in die Kanalisation runter führt. Bei einer hektischen Aktion fallen die gebündelten Spritzen in die Kanalisation, und alle müssen in die Kanalisation absteigen, wenn sie die Chance auf eine Spritze wahren wollen. 

Der Film ist spannend und souverän inszeniert. 

Lt. film-rezensionen liegt der Reiz von El Bar „weniger an einer ausgefeilten Geschichte, sondern an dem zunehmend abstruseren Verlauf“. 

Frau Araxe empfahl dort und hier Robert Eggers' Film The Witch (2015), der um Hexenglauben bei einer Siedlerfamilie im Neu-England der 1630er Jahre kreist, die am Rande eines großen Waldes mit ihrem spärlichen Ackerbau zu überleben versucht. Der Film gewann auf einem Filmfestival den Regie-Preis und hat demnach nicht nur ihr – aus welchen Gründen im Detail auch immer – gut gefallen. 

Aus meiner Sicht kommt im Film gut rüber, mit welchen existenziellen Bedingungen die frühen Siedler damals zu kämpfen hatten, um überhaupt über die Runden zu kommen, während der „Hexen-Kram“ und die Atmosphäre mich nicht so wirklich ansprachen. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir religiöser Wahn jeder Couleur ziemlich suspekt ist. Allerdings bin ich mir jetzt nicht sicher, ob es nur um Wahn ging. Der Film hat übrigens eine exquisite Ziegenbock-Szene. 

Sorgfältige Recherche und Liebe zum Detail prägen Bild- wie Tonebene seines Films und sorgen für eine faszinierend authentische Anmutung“, meint epd-film

Montag, 23. April 2018

Das Wochenende

Der April-Sommer findet heute sein Ende. Am Sonntag Nachmittag gab es ca. drei Gewitter in Köln. Diese trafen Köln zwar nicht richtig, aber es kamen dennoch beträchtliche Wassermassen runter, wodurch die Temperatur zeitweise um 10 Grad sank. Im Moment zeigt mein Balkon-Thermometer aber immerhin noch 19.3 Grad an. 

Gestern war ich in der Eifel wandern. Den Bericht werde ich noch posten. Die gut drei Zugstunden konnte ich nutzen, um den begonnenen Korea-Roman Die Vegetarierin zu Ende zu lesen. 

In der Nacht war ich noch mit meinem Freund in der Braustelle ordentlich Bier trinken. 9 Kölsch, ziemlich viel für meine Verhältnisse, aber am Ende der Wandertour war ja kein Bier mit vertretbarem Aufwand zu beschaffen. Das Bier habe ich auf dem Rückweg nach Hause gemerkt, aber ich hatte keinen Kater am Sonntag morgen. 

Da der Rücken momentan wieder normal funktioniert und ich auch den Zahnarzt-Besuch in der letzten Wochen trotz Betäubungsspritze und neuer Kunststoff-Füllung überstanden habe, habe ich heute mal meine Mai-Urlaubsplanung in die Gänge gebracht. Ich plane zwei Wochen im Osten mit Schwerpunkt Nord-Polen rumzufahren. Mehr Details habe ich bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gepostet. 

Donnerstag, 19. April 2018

Kinowelten: 3 Tage in Quiberon

Emily Atef's Film spielt 1981 in einem Luxushotel an der bretonischen Küste. Hier macht die Schauspielerin Romy Schneider nicht lange vor ihrem Tod in 1982 eine Entziehungskur bezüglich ihres Alkohol- und Tablettenproblems, läd aber einen Stern-Reporter und einen Photografen sowie eine alte Freundin zu einem mehrtägigen Besuch ein. Diese sie belastenden Interviews enden meist im Alkohol. Gelegentlicher Tablettenkonsum und exzessives Rauchen der Protagonisten kommen hinzu.

Letzteres und die Schwarz-Weiss-Ästhetik des Films machen deutlich, dass der Film keinesfalls in der Gegenwart spielen kann. 

Der Film lebt insbesondere von seiner überzeugenden Hauptdarstellerin (Marie Bäumer). 

Ansonsten weiss ich allerdings nicht, ob der Film so viel bringt – und der Fotograf nervt mit seinem ewigen Rumgeknipse. Die Frau hat einfach ihr Leben nicht in den Griff bekommen, obwohl sie große Erfolge feierte, lässt sich summarisch festhalten.

Was für ein schöner, freier, wunderbar undeutscher Film“, meint perlentaucher

Übrigens, ich kenne wohl relativ wenige Filme mit Romy Schneider

Mittwoch, 18. April 2018

Wanderung von Meckenheim ins Ahrtal

Am letzten Sonntag war es nicht so sommerlich warm wie am Sonntag zu vor oder gar heute. Ich fuhr nach Meckenheim, um ins Ahrtal zu gehen. "Meckenheim – Ahrweiler", das dürfte mit ca. 16 km die kürzeste Distanz sein. 


>Burg Münchhausen<

Den vollständigen Bericht mit mehr Photos habe ich bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh hinterlegt.

Dienstag, 17. April 2018

Aprilsommer

.... ja, er kommt, der Aprilsommer. 


Bedauerlicherweise muss ich auch mal wieder Arbeiten gehen. Es sieht heute jedenfalls so aus, dass ich das Rückenschmerz-Problem erst einmal überstanden habe.
  

Montag, 16. April 2018

Dorade

In letzter Zeit – auch heute - habe ich manchmal Lust, eine ganze Dorade zu essen. 

Früher kannte ich den Fisch nur aus dem Urlaub. Heute kann man Doraden „frisch“ und günstig bei Aldi kaufen. 

Ich brate/dünste den Fisch dann zusammen mit Pilzen und Gemüse. Hmm, lecker das zarte weiße Fleisch! 


Liebhaber achteckiger, grätenloser Fische dürften allerdings wenig begeistert sein. 

Sonntag, 15. April 2018

Eifel-Wanderung Jünkerath – Alendorf - Birgel

Am letzten Sonntag wanderte ich bei schönem Wetter in einer meiner Lieblingsgegenden der Eifel herum. Im April, da war ich diesmal sehr früh im Jahr dort. 


>Eifel-Idylle bei Esch<

Unter 15 km läßt sich die Tour zu den Wacholderheiden bei Alendorf leider nicht machen. Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es den ausführlicheren Bericht.

Point gesetzt am Eierberg auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Samstag, 14. April 2018

Kölner Südstadt-Weinberg

An der Severinstorburg nahm der Kölner Weinberg, nur etwa 150 m Luftlinie von meinem Zuhause entfernt, heute Gestalt an: 


Frische Stöcke, an denen der Wein hochranken soll, wurden gesetzt, die ersten (oder alle?) Weinpflanzen eingebaut. 

Die städtischen Bedenkenträger hatten lange dagegen gehalten, zuletzt im Januar Steinschlaggefahr reklamiert

Nun sehen wir mal, ob und wie der Wein dort wächst. Hanglage, südexponiert, Stickstoffdüngung durch Wildpinkler – was will man mehr? 

Für alle Kölner wird das geernete Tröpfchen wohl nicht reichen, aber immerhin gibt es Ersatz für die in 2012 gefällten Reben des „Klein Kölnhausener Zuckerberg's“.

Sounds: The Drones „Feelin Kinda Free“

Das siebte, in 2016 erschienene Album dieser autralischen Band habe ich mir nunmehr zugelegt; entspricht der anarchisch-krachigen Seite meines Musikgeschmacks. Gute Band! 

Alle, die harte Nerven und ein Faible für psychedelische, krautrockige oder frühe „Flying Teapot“-GONG-Musik haben, die sind bei den abgefahrenen Melbourner Musikern bestens aufgehoben“, meint musikreviews

Auf dem folgenden, sehr langen youtube-Video wird es laut, aber gerade der erste Song gefällt mir besonders gut: 


>The Drones live, dankenswerterweise hochgeladen von Tropical Fuck Storm Records

Rückenprobleme

.... genauer gesagt, der Hüften- und Lendenbereich macht wieder mal Probleme. So banale Dinge wie in ein enges Auto steigen oder die Schnürsenkel zubinden, können bei mir offensichtlich schon solche Probleme auslösen.

Einschub:


 >Der Birnbaum blüht auf dem Balkon<

Gestern ließ ich mich krank schreiben. 8 Stunden Bürojob - nee, unmöglich, wenn man nicht schmerzfrei sitzen kann.

Jetzt hoffe ich mal, dass das verschriebene Ibuprofen in den nächsten Tagen wirkt. Ich hatte vor 2,3 Wochen schon Probleme und diese mit einer Wärmflasche im Rücken behandelt - und mir Brandblasen zugezogen, die inzwischen Brandwunden sind. Hmm, ich dachte nicht, dass dies möglich wäre. 

Deshalb ist mir jedenfalls die Temperaturbehandlung des Rückenproblems jetzt ärztlich verboten.

Ich las Gustave Flaubert's „Reisetagebuch aus Ägypten“ zu Ende. Einen kurzen Bericht mit eingeflossenen Reiseerinnerungen habe ich dort gepostet.

Freitag, 13. April 2018

Kinowelten: Transit

Nach einem 1944 erschienenen autobiographischen Roman von Anna Seghers inszenierte Christian Petzold seinen gleichnamigen Film „Transit“. Der Roman handelt von der Flucht verfolgter Personen vor den Nationalsozialisten in Frankreich, die sich – sofern sie wollten und konnten – 1941 über den Hafen in Marseille nach Übersee absetzten. Auf das Schiff musste man oft Wochen warten und sich in der Stadt verstecken, da es oft Razzien gab. 

Der Film spielt jedoch in der gefilmten Gegenwart. Ob dies eine gelungener Kunstgriff ist, lasse ich mal so dahingestellt. 

Der Protagonist der Geschichte (Franz Rogowski) lernt eine schöne, geheimnisvolle Frau (Paula Beer) flüchtig kennen. 

Sie sucht ihren Mann, von hinten ähnelt er ihrem Mann und wird von ihr mehrmals deshalb angesprochen oder angerempelt. Sie weiss nicht, dass er die Identität dieses Mannes angenommen hat, der in einem Hotelzimmer freiwillig aus dem Leben schied. Deshalb hat er auch die Schiffstickets und kann ihr die Mitfahrt auf dem Schiff anbieten. Im letzten Moment macht er jedoch einen Rückzieher, realisiert, dass die Frau nur ihren Mann auf dem Schiff zu finden hofft und läßt sie alleine auf dem Schiff davon fahren. Am nächsten Tag sieht er sie wieder in der Stadt. 

So richtig in Fahrt kommen will der Film nicht, vielmehr wird die Geschichte von einem Beobachter aus dem Off erzählt, was für Distanz sorgt. Petzold hat mit „Die innere Sicherheit“ (2000) oder „Barbara“ (2012) aus meiner Sicht wahrscheinlich schon bessere Filme inszeniert. Schätzungsweise ist das Buch interessanter. 

So wie die Figuren selbst ein wenig wie Untote wirken, immer etwas abwesend, so ist auch das Marseille im Film kein realer Ort, sondern ein Fegefeuer, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr voneinander trennen lassen“, meint critic

Montag, 9. April 2018

Kinowelten: Das Mädchen aus dem Norden

Amanda Kernell's Film „Das Mädchen aus dem Norden“ spielt im Schweden der 1930 Jahre und ist – wenig überraschend - ein Lehrstück über Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile gegenüber den lappischen Ureinwohnern aus dem Norden. 

Diese müssen zur Schule gehen, werden in isolierten Schulklassen gehalten, dürfen dort nicht ihre eigene Sprache sprechen und werden natürlich von einer strengen schwedischen Lehrerin mit Rute „erzogen“. 

Und wehe, sie wollen weg aus ihrem „Stammesgebiet“ und woanders was „Ordentliches“ lernen. Das geht schon mal gar nicht. 

Der Film handelt von so einem aufsässigen intelligenten Mädchen, das nach Uppsala flieht und dort zur Schule gehen will. 

Er lebt von seiner talentierten Hauptdarstellerin, ist ansonsten aber – wie viele skandinavische Filme - ziemlich spröde inszeniert. 

Die Schauspielerin Cecilia Sparrok, die Südsamisch sprechen kann, vermittelt einen Eindruck davon, welche Kraft nötig ist, um sich von der eigenen Herkunft zu emanzipieren“, meint epd-film

Neulich sah ich noch den georgischen Film "Vor dem Frühling" im Kino. Einen Bericht dazu habe ich dort gepostet. 

Sonntag, 8. April 2018

Sommerwetter Köln

Gestern Nachmittag spazierte ich mal wieder auf der anderen Rhein-Seite entlang - zwischen Südbrücke und Rodenkirchener Brücke.


Von der Südbrücke hat man nicht nur den Panorama-Blick auf Köln, sondern kann nach Querung des Rheins auch dem Treiben auf den Poller Wiesen zusehen. Mind Kind und Kegel machten Viele Urlaub am Fluß - Grillausrüstung inklusive.


Niedrigwasser führte der Rhein nicht. Um Sand und Muscheln für meiner Balkon zu bergen, musste ich schon ziemlich suchen, um eine Stelle zu finden. Erst hinter der Rodenkirchener Brücke wurde ich fündig.


>Oben Pappelruinen, unten zeugen Lehm-Gras-Ballen in den Ästen von Büschen von höheren Wasserständen des Flusses.<


Ich querte die Brücke und ging noch etwas auf der anderen Rheinseite lang, aber nur bis zur nächsten Bahnstation. 


>Ausflugsverkehr auf dem Rhein gab es auch. Und der Schiffsbiergarten am Ufer vor Marienburg war auch gut besetzt.<


Auf dem Rückweg machte ich noch einen Schlenker zur Eisdiele in der Severinstraße.
 

Diese Fremdheit in mir

Ich las endlich Pamuk's dicken Istanbul-Roman zu Ende. Mehr dazu habe ich dort geschrieben.

Am Samstag spazierte ich am Rhein entlang und war zuvor auch wieder im Gartencenter in Sachen Balkonbepflanzung unterwegs.

Freitag, 6. April 2018

Wandern bei Bonn

Am Ostermontag wanderte ich unweit von Bonn herum. Das Wetter war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut, nur wenig Sonne. 


>Kirche von Ließem< 

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh habe ich den vollständigen Bericht mit mehr Photos hinterlegt.

Mittwoch, 4. April 2018

Eis, Film und Börsengang

Das erste an einer Eisdiele gekaufte Eis des Jahres aß ich heute auf dem Weg nach Hause. "Pistazien-Malaga" war meine Wahl, 2.40 € der für Köln nicht ungewöhnliche Preis für die zwei Kugeln.

Gestern war ich im Kino. "Vor dem Frühling" hieß der georgische Film. Den Kurzbericht habe ich dort gepostet.

Den ganzen Tag habe ich mich heute schlapp gefühlt. 

Jetzt, wo Spotify an die Börse gegangen ist, ist es bestimmt auch bald mit dem "free" hören vorbei.

Sonntag, 1. April 2018

Neuer Kirschbaum

Gestern werkelte ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Balkon, sägte den alten, im letzten Frühjahr abgestorbenen Kirschbaum ab, nachdem ich zuvor schon bei der Bauhaus-Tochter „Der Stadtgarten“ in Hürth 10 € in einen neuen Kirschbaum investiert hatte. 


Außerdem kaufte ich dort auch die ersten drei Tomaten-Pflanzen, die ebenfalls noch noch eingegraben werden mussten. 

Genau genommen, war ich gefühlt fast den ganzen Tag mit Einkaufen beschäftigt. 

Sound-Welten (07/2018)


Am erfreulichsten in dieser Prüfserie ist aus meiner Sicht wahrscheinlich das Album der schwedischen Band Sällskapet zu bewerten. 

Magic Pie. Album: King For A Day (2015). Etwa viertes Album einer norwegischen Progressive- und Hard-Rock-Band. Etwas verfrickelt, aber recht melodisch. „Zweifelsohne sind hier gute Handwerker mit Herz am Werkeln, doch echte Überraschungen sind hier nicht zu erwarten,“ meint betreutesproggen. Immerhin trauen sie sich an echte Longtracks mit 12 bzw. 27 min. Länge und abwechslungsreichen Laut-Leise-Passagen; das ist lobenswert. Die oft eher extrovertierten Gesangspartien gefallen mir weniger. SHR: 15 T – 41 T. WD: n.v. 

Nai Palm. Album: Needle Paw (2017). Solo-Debut-Album einer australischen Sängerin und Gitarristin, die insbesondere mit der Neo-Soul-Band „Hiatus Kaiyote“ regionale Erfolge erzielte. „Ein außerordentlich gelungenes Experiment in Emotion und Selbstermächtigung“, meint intro. Bei spotify recht erfolgreich, gehört aber nicht zu meinen bevorzugten Musikrichtungen. SHR: 106 T – 967 T. WD: n.v. 

Paradisia. Album: Sound of Freedom (2017). Debut-Album eines englisch-französischen Folk-Pop-Ladytrios. Aus meiner Sicht zu oft ein kitschiger und durchproduzierter Sound. „Wunderschöne Frauenstimmen in engelsgleichen Harmonien, betörende Melodien, kaum Ecken und Kanten“, meint sonic-seducer. SHR: 9 T – 2.400 T. WD: n.v. 

Rosemary & Garlic. Album: Rosemary & Garlic (2018). Debut-Album eines niederländischen Folk-Duos. Noch so ein „Ohne-Ecken-und-Kanten-Sound“, aber mehr in Richtung Dream Pop gehend. „Die Melodien sind süß, aber nicht wirklich eingängig, der Gesang schön, aber nicht atemberaubend“, meint nordbuzz. SHR: 21 T – 2.313 T. WD: n.v. 

Sällskapet. Album: Disparition (2018). Drittes Album einer schwedischen Ambient-Rockband. Das Besondere ist, dass sie die auch von mir geschätzte deutsche Pop-Noir-Sängerin Andrea Schroeder hier verpflichtet haben (die leider auf deutsch singt). „Ein berauschender Tanz in Zeitlupe durch nächtliche Straßen oder über einsam gelegene Trümmerfelder, an deren Rändern ein unheilbringender Wind durch Baumwipfel streicht,“ meint musikreviews. Nicht schlecht. SHR: 21 T – 31 T. WD: n.v. 

Thundermother. Album: Thundermother (2018). Drittes Album einer schwedischen Hard-Rock-Band in rein femininer Besetzung. Naja, Hard Rock eben; die Band kann/will nur relativ einfach strukturierte, kurze Songs in der 3-5-Minuten-Komfort-Zone spielen. SHR: 7 T – 138 T. WD: 49/day. 

Valparaiso. Album: Broken Homeland (2017). Debut-Album einer französischen Indie-Pop-Band, die hier zahlreiche GastsängerInnen verpflichtet hat. Das kann man gut anhören, Begeisterung wollte bei mir allerdings auch nicht aufkommen. „“Eine sehnsüchtige, melancholische Atmosphäre, die wunderbar in den Herbst passt“, meint detektor.fm. SHR: 5 T – 60 T. WD: n.v. 

White Willow. Album: Future Hopes (2017). Siebtes Album einer norwegischen, in der Vergangenheit durch viele Besetzungswechsel gekennzeichneten Progressive-Rock-Band mit Lady am Micro. Mal rau, mal episch, mal verspielt oder verfrickelt. Einen speziellen Nerv wird ihr Sound bei mir jedoch wohl nie treffen. SHR: 2 T – 8 T. WD: 2/day. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), 
n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 
 

Großenberg – Biesberg: eine weitere Halbtrockenrasen-Landschaft in der Eifel

Am Freitag war ich wandern, um – wie schon in der Woche zuvor - eine weitere Kalktrockenrasen-Landschaft in Augenschein zu nehmen: Großenberg – Biesberg. Das Wetter war jedoch nicht so schön wie erwartet, nur wenig Sonne.


 >Dieser abgelegene Bildstock am Biesberg ist ganz nach meinem Geschmack - alt, schief, geheimnisvoll<

Den Bericht mit mehr Photos könnt ihr bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh ansehen.

Heute genieße ich Regenwetter weitgehend zu Hause an der warmen Heizung.

Donnerstag, 29. März 2018

Kinowelten: Zwei Herren im Anzug

Josef Bierbichler ist mehr als Schauspieler bekannt, denn als Schriftsteller und Filmregisseur. In seinem Film „Zwei Herren im Anzug“ inszeniert er die Verfilmung seines Romans „Mittelreich“ (2011), spielt selbst die Hauptrolle und handelt inhaltlich drei Generationen Familiengeschichte um einen bayerischen Bauern- und Gasthof ab. 

Da sitzen Vater und Sohn nach der Beerdigung der Mutter 1984 zusammen und allein in der Gaststube und versuchen einen Dialog, der schon seit Jahrzehnten nicht zustande kam. Der Vater versucht sich zu erinnern, wie denn die Vergangenheit gewesen ist und der vergrätzte Sohn hilft ihm mit eigenen Erinnerungsschnipseln und Erlebnissen auf die Sprünge. In Rückblenden springt der Film dann oft Jahrzehnte zurück, sogar bis vor den 1. Weltkrieg.

Und die Vergangenheit? Sie war wohl eher finster, voller archaischer Heimattümelei, repressiver Religion, Obrigkeitsdenken, Judenvergasung und sexuellem Mißbrauch in der Abtei. 

Der Film ist – oft deutschtypisch - etwas sperrig, manchmal etwas zu schauspielmäßig inszeniert, mitunter sprachlich schwer verständlich oder in manchen Szenen auch bizarr, aber im Grunde kann man vielen Filmen auch bekannterer deutscher Kinofilmregisseure wie Michael Haneke oder Volker Schlöndorff Ähnliches attestieren. 

Interessant anzusehen, denke ich dennoch nicht, dass mich der Film so überzeugt hat, ihn nochmals in einigen Jahren ansehen zu müssen. 

Epigonal, gebildet, rau und roh, ein barock über­bor­dender Zita­tenwas­ser­fall – mit Leni Riefen­stahl-Refe­renzen, Wagner-Musik, Bierkampf-Rhetorik, Achtern­busch-Baju­wa­rentum“, meint artechock.

Problem Bildschirm

Mir scheint, dass mein Bildschirm weitgehend hinüber ist. Ein Menü meldete, er würde in xy Sekunden ausgeschaltet, und ich konnte es nicht verhindern. Jetzt steht er auf standby und läßt sich nicht mehr anmachen mit der Fernbedienung. Oder ist diese nun hinüber?  An den Batterien liegt es jedenfalls nicht.

Der Bildschirm - obgleich nicht alt - spinnt schon lange. Manchmal gibt es Störungen der HDMI-Verbindung oder sie geht ganz verloren. Vielleicht ist aber auch das Kabel beschädigt?

Alles ätzend, vor allem kann man auch den PC nicht mehr ordnungsgemäß herunterfahren, wenn man nichts sieht.

Mittwoch, 28. März 2018

Kinowelten: The Florida Project

Sean Baker's Film „The Florida Project“ erzählt von Kindern an einem sozialen Brennpunkt inmitten eines disneyweltartigen Touristenambientes mit Hotels und Shopping-Zentren in Florida. Der Brennpunkt ist eine Art heruntergekommenes Hotel, in dem sowohl Einheimische als auch Touristen für wahrscheinlich relativ wenig Geld wochenweise unterkommen können. In ihm wohnt auch eine junge flippige, gern kiffende Mutter mit ihrer etwa 10-jährigen Tochter.

Die Tochter hat noch ein paar FreundInnen und geniesst viel Freiraum, falls man überhaupt von einer Erziehung sprechen will. Lästig wie Ungeziefer, denke ich mitunter, wenn man den Kindern bei ihrem unbeaufsichtigtem, anarchistischem Tun zuschaut. 

Sie ziehen durch die Gegend und bauen meist Mist, sie drehen dem Hotelblock schon mal nachts den Strom ab oder zünden den Lost Place einige Hundert Meter weiter an. Wirklich kritisch wird es dann jedoch erst, als der Mutter das Geld für die Miete ausgeht, sie per Smartphone der gelegentlichen Prostitution nachgeht und beim Jugendamt von mehreren Personen angezeigt wird. 

Es ist ein sozialrealistischer, auch sentimentaler Film aus der kindlichen Perspektive, den man durchaus gut angucken kann. 

Als Zuschauer wird man im Strudel wechselnder Gefühle von niederschmetternder Verzweiflung und magischem Glück mitgerissen“, befindet epd-film und trifft damit die emotionalen Aspekte des Films ziemlich gut. 

Dienstag, 27. März 2018

Eine Eifel-Wanderung

Am letzten Samstag war ich bei frühlingshaftem Wetter mit viel Sonne lange unterwegs, um die unerwartet ca. 21 km lange Strecke zwischen den Bahnstationen Arloff und Satzvey zu schaffen. 


>Schafe südlich des Röttgerberges<

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es den vollständigen Bericht mit mehr Photos.

Sonntag, 25. März 2018

Sounds: Lean Year

Manchmal stehe ich auf Bands, die grazil-zerbrechliche minimalistische Folk-Indie-Songs schaffen. Das junge US-amerikanische Trio „Lean Year“ mit seiner sympathischen Sängerin ist da meine neueste Entdeckung. Ihr gleichnamiges Debut-Album aus 2017 habe ich mir nun zugelegt. 


>Lean Year live, ein 45-minütiges Konzert in fast intimer Atmosphäre, dankenswerterweise hochgeladen von Silver Persinger

Folk, der sich sehr aufmerksam selbst zuhört – aber auch für Amsel, Drossel, Geister und Freunde von Mazzy Star“, meint der musikexpress.

Mittwoch, 21. März 2018

Kinowelten: Lucky

Der alte Mann (Harry Dean Stanton) ist tot. Den Typ habe ich schon vor fast 40 Jahren im Kino gesehen – und möglicherweise noch früher im TV. 

In John Carroll Lynch's Film „Lucky“, den ich mir gestern im Kino ansah, darf der alte Mann mit seinen 90/91 Jahren endlich mal eine Hauptrolle spielen. 

Nun, er spielt sich selbst, löst Kreuzworträtsel, schlurft durch die Gegend eines kalifornischen Kaffs, das von Hügeln mit meterhohen Kakteen umgeben ist, auf dem Weg zum Morgenkaffee und später in die Kneipe. 

Zuvor war er auch schon umgefallen und deshalb später beim Arzt, der als Diagnose nur feststellen konnte, Problem sei vermutlich, dass er von Tag zu Tag älter würde. 

In der Kneipe gibt es ab und zu Streit, mal mit einem Anwalt, mal wegen des Rauchens oder ein Typ nervt mit seiner entlaufenen Landschildkröte, die jahrelang ausgefeilte Fluchtpläne geschmiedet und nun in die Tat umgesetzt hat. 

Drama, Witz, Tiefgründigkeit, Liebe, Schmerz, Hoffnung, große Menschlichkeit und kleine Episoden der Poesie“, meint cineman

Ein netter Film zur Entschleunigung des eigenen Lebens, den ich aber dennoch nicht unbedingt noch einmal sehen muss. 

Schnee und Streik

Gestern morgen lag Schnee in Köln, sogar auf den Kanonenkugeln:


>Ulrepforte, Köln-Südstadt<

Heute lag kein Schnee, viel wärmer war es aber dennoch nicht. Außerdem streikten die Kölner Verkehrsbetriebe. Man, ich musste sowieso schon früher aufstehen wegen einer Besprechung - und dann durfte ich auch noch die ca. 3 km lange Strecke zu Fuß zur Arbeit gehen. Abends dasselbe Spiel, aber eine andere Route - nachdem ich vorher noch Basketball gespielt hatte. 

Streiken im Winter gehört natürlich verboten.
 

Dienstag, 20. März 2018

Kinowelten: Call Me By Your Name

Luca Guadagnino's Film „Call Me By Your Name“ erzählt von einer homoerotischen Liebe Anfang der 1980er Jahre in einer nord-italienischen Kleinstadt. Ein amerikanischer Doktorand kommt für einen Sommer nach Italien und wird in der großen Villa des Professors einquartiert. Der in Liebesdingen noch desorientierte Sohn des Professsors, der auch mit Mädchen herummacht, kommt dem Doktoranden näher. 

Eine „bezaubernde ­Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern, mit warmen, von Sommerlicht gefluteten Bildern, denen die Melancholie über die Vergänglichkeit erster Liebe eingeschrieben ist“, meint epd-film

Der Film ist angenehm anzusehen mit seiner sommerlichen heißen und friedfertigen Atmosphäre mit schattigen Teichen, Wegen und Plätzen sowie seinen gehaltvollen Dialogen über Kunst und Liebe. Andererseits dachte ich mir schon, dass er nicht übermäßig interessant für mich werden würde, da in ihm wenig eigene Vergangenheit "enthalten" ist.

Sonntag, 18. März 2018

Kinowelten: Arthur & Claire

Miguel Alexandre's Film „Arthur & Claire“ handelt von dem lebensmüden und kranken älteren Mann Arthur (Josef Hader), der von Wien nach Amsterdam fliegt, um sich dort unter ärztlicher Hilfe das Leben zu nehmen und von der Holländerin Claire (Hannah Hoekstra), die ihn im Hotel mit ihrem Black-Metal-Noise aus dem Nachbarzimmer nervt und im Übrigen auch gerade dabei ist, inkonsequente Vorbereitungen für ihren Freitod zu treffen. 

Der Mann trifft Gegenmaßnahmen. Danach streifen sie – sich gegenseitig hinterfragend und nervend – durch die Stadt und kommen sich näher. 

Dieses Großstadt-Märchen überzeugt mit seinen etwas ruppig-boshaften ProtagonistInnen und den Amsterdam-Bildern zwischen Grachten und Coffee-Shops. 

Ich mag romantische Großstadt-Märchen, auch wenn man von dem österreichisch-deutsch-holländischen Sprachgemenge in diesem Fall nicht immer alles 1 : 1 mitbekommt. Nicht ausgeschlossen, dass ich mir diesen Film irgendwann noch einmal anschaue.

Ein großes Thema wird leichtfüßig, aber keineswegs leichtfertig bearbeitet“, meint kino-zeit.

Sound-Welten (06/2018)

Die slowenische Band „Laibach“ hat in dieser Prüfserie das Rennen gemacht. 

Gordi. Album: Reservoir (2017). Debut-Album einer australischen Folktronica-/Indie-Pop-Lady. In Australien und bei spotify offensichtlich erfolgreich. Ich selbst war weniger begeistert von diesem Sound, er hat für mich zu viele poppige Schnulzenmomente. „Indie-Elektro-Pop mit der Grandezza großer Folk-Vorbilder“, meint hingegen der musikexpress. SHR: 76 T – 5.902 T. WD: n.v. 

The Heliocentrics. Album: A World of Masks (2017). Vielleicht das neunte Album einer britischen Ethno-Psych-Jazz-Truppe, neuerdings mit Lady am Micro. Der Sound hört sich irgendwie „altertümlich“ an. „In wirklich ganz hinreißenden elf Stücken machen die Heliocentrics eine Reise durch Raum und Zeit“, meint intro. Ich habe aber dennoch nicht den Eindruck, dieses Album zwingend haben zu müssen, obgleich es streckenweise interessant ist. SHR: 14 T – 80 T. WD: n.v. 

In Slaughter Natives. Album: Cannula Coma Legio (2014). Ein schwedischer Industrial/Dark-Ambient-Actor, dessen Geschichte schon ins Jahr 1988 zurückreicht. Dieses ist - wenn man so will - das sechste Studio-Album, das aber auch ältere überarbeitete Tracks enthält. Es ist ein typischer – sehr gut gemachter – Vertreter dieser Stilrichtung. Nonpop bezeichnet das Album sehr treffend „als düsteren, langsam dahinfließenden, bösartigen Fluss von Klängen“. Früher hätte ich das Album vermutlich gekauft, heute bin ich unsicher, habe schon stilistisch ähnliche Werke. SHR: 2 T – 11 T. WD: n.v. 

Johanna Borchert. Album: Love Or Emptiness (2017). Viertes Solo-Album einer deutschen Jazz-Pianistin und Sängerin. In 2015 hatte ich sie live gesehen und ihr damals aktuelles Album gekauft. Das jüngste Album ist mir allerdings zu glatt geschliffen und jazz-poppig ausgefallen. SHR: 1 T – 6 T. WD: 10/Tag. 

Krayenzeit. Album: Von Mond und Schatten (2017). Drittes Album einer deutschen Folk-/Mittelalter-/Folk-Metal-Band. Ist stilistisch in Bereichen tätig, in denen auch Bands wie Subway To Sally oder Schandmaul unterwegs sind. Deutsche Texte. Aus meiner Sicht nicht weiter aufregend. SHR: 3 T – 12 T. WD: 18/Tag. 

Laibach. Album: Also sprach Zarathustra (2017). Von der politisch insbesondere früher sehr umstrittenen slowenischen Band Laibach habe ich zwei Langspielplatten aus den 1980er Jahren und eine CD aus den 1990er Jahren. Mittlerweile blicke ich nicht mehr so recht durch im umfangreichen, sehr heterogenen Werk der Band. Dieses letzte Album enthält jedoch viele ruhig-grazile Industrial-Stücke mit bedrohlichem Unterton und der typischen dunklen deutschsprachigen Voice des Sängers, die mir gut gefallen; ich sollte mir das Album daher zulegen. SHR: 15 T – 64 T. WD: 165/Tag.
 
SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 
 

Spaziergang Klettenberg-Zollstock

Am letzten Sonntag war ich zwar nicht wirklich fit, aber zu einem rd. 9 km langen Spaziergang in Köln von zu Hause aus hat es gereicht. 

Die Rhöndorfer Straße ist mit ihrem neueren Gewerbe und den Wohnblocks nicht übermäßig interessant. An ihrem Ende geht es entlang von Klein- und Schrebergärten zum Komarhof, der die Südostecke des Stadtteils Klettenberg markiert. Dort war ich wohl zuvor noch nie. 




>Komarhof, Klettenberg<

Über den Oberen Komarweg kommt man nach Unterquerung der Bahnlinie nach Zollstock und ist bald am Südfriedhof. 



Auf diesem Friedhof war ich auch noch nie. Er ist noch etwas größer als der berühmte Melatenfriedhof und kann wahrscheinlich noch mehr Pflanzen und Tiere aufweisen als letzterer. Die alten pompösen Gräber des Melatenfriedhofs fehlen ihm allerdings weitgehend. 


Es gibt dort sagenhaft viele Kriegsgräber mit zugehörigen Anlagen, darunter auch einen britischen Friedhof. 



Am Höninger Platz besuchte ich ein Café Für ein Stück Sahnetorte und einen Becher Kaffee. Auch an diesem Platz, Endstation der Linie 12, war ich wahrscheinlich noch nie. 



Ich ging durch den mir wenig vertrauten Vorgebirgspark nach Hause. Der Blick fiel noch auf eine Baugrube und das ehemalige Hochhaus der Deutschen Welle, von dem anscheinend immer noch unklar ist, ob es gesprengt oder abgerissen wird: 


 >Hochhaus Deutsche Welle - Sprengung im Frühjahr??<

Freitag, 16. März 2018

Kinowelten: Das schweigende Klassenzimmer

Lars Kraume inszenierte schon mit „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) einen guten Polit-Film. Sein neuer Film spielt 1956 in der ehemaligen Stalinstadt (DDR) und handelt von den Folgen zweier Schweigeminuten, die eine kurz vor dem Abitur stehende Schulklasse in der Geschichtsstunde anläßlich der Toten im Ungarnaufstand einlegt. Der empörte Lehrer rennt zum Direktor und dieser (oder war es der Lehrer?) meldet den an sich bedeutungslosen Vorfall nach oben und setzt damit eine Maschinerie in Gang, die zur Überführung des Ideengebers führen soll. 

Das ist alles gefällig und mit überzeugenden DarstellerInnen inszeniert und pädagogisch wertvoll, weil man sieht, wie „Diktatur“ funktioniert und welche Rolle auch die Eltern dabei spielen. 

Irgendwie kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass 19 SchülerInnen dicht halten und in Konsequenz der Schule verwiesen werden. Aber so soll es anscheinend gewesen sein. 

Es steckt im "Schweigenden Klassenzimmer" schon vieles drin, was später den Niedergang der DDR besiegelt. Ein interessantes und bewegendes Geschichts-Drama also“, meint der ndr. Das sehe ich auch so, bin aber auch bei diesem Film nicht sicher, ob ich ihn in einigen Jahren noch einmal sehen muss. 

Anekdote am Rande: im Kino war auch eine ganze Schulklasse. Sehr lobenswert, aber die besten Plätze in der kleinen Filmpalette waren damit weg.

Dienstag, 13. März 2018

Soundwelten: Galley Beggar mit „Heathen Hymns“


Diese britische Band mit Lady am Micro ist irgendwo zwischen Folk- und Psychedelic Rock angesiedelt und gefällt mir ganz gut. Ihr nunmehr viertes Album „Heathen Hymns“ (2017) legte ich mir kürzlich zu – wie auch schon das vorangegangene Album aus 2015. 

Sie lassen die frühen1970er Jahre auferstehen, widmen sich dem Sound damals gängiger Folkacts an der Schnitstelle zu Rock und Prog wie Fairport Convention, Steelye Span oder Lindisfarne“, meinen diekopfhoerer


>Galley Beggar live mit „Four Birds“ von ihrem neuesten Album, dankenswerterweise hochgeladen von fargo promotions<

Montag, 12. März 2018

Südstadt-Motive

Am letzten Wochenende war ich leider nicht besonders fit und etwas geschwächt; deshalb fand weder eine Wanderung statt, noch war ich im Kino oder ein Bier trinken. Ich spüre immer noch im Kopf ein "grippales" Problem, aber es war heute besser als die zwei Tage zuvor. Ich hörte, dass allein die relativ plötzliche Wetteränderung von kalt nach warm auch solche Probleme auslösen kann. Wie auch immer, wir werden sehen.

Ungeachtet  dessen spazierte ich am Wochende etwas durch Köln. Am Samstag musste ich an der Packstation eine Amazon-Lieferung abholen. Die drei Photos entstanden auf dem Weg.


>"Es ist nie zu spät, die Bank zu wechseln", steht auf der Sitzbank geschrieben. Motiv aus meiner Wohnstraße.< 



>Dieses Motiv zeigt das Relikt eines alten Kamins auf dem ehemaligen Stollwerck-Gelände, nahe Dreikönigenstraße. Wenn ich mich um 180 Grad umwende, würde ich ganz nahe die Packstation sehen.< 




>Graffiti an einem Park-Gebäude, nahe Annostraße<

Samstag, 10. März 2018

Unterwegs bei Bonn

Am letzten Sonntag war ich auch unterwegs. 


>Am Bundesamt für magische Wesen, Graurheindorf<

Den vollständigen Bericht mit noch mehr Photos habe ich bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh hinterlegt. 

Freitag, 9. März 2018

Kinowelten: Die Verlegerin

Steven Spielberg's Politdrama handelt von der Geschichte um die Veröffentlichung der „Pentagon Papers“ 1971 in der „Washington Post“. Der Film handelt also von der Verteidigung der Pressefreiheit, und dies ist damit schon per se ein auch hochaktuelles Thema der Gegenwart. Den Verantwortlichen im Zeitungsverlag und der Frau an der Spitze (dargestellt von Meryl Streep) drohte damals Verhaftung und Gefängnis wegen Hochverrats. Und sie haben es dennoch gemacht; eine Entscheidung mit Rückgrat, zu der auch heute nicht viele Führungskräfte den Mut aufbringen dürften. 

Diese Thematik und natürlich auch der Umstand, dass es ein Spielberg-Film ist, zwang mich praktisch, den Film anzusehen. 

Darstellerisch überzeugend, kann der Film auch visuell punkten, z.B. mit vielen altertümlichen Geräten (Schreibmaschinen, Telefone etc.). 

Heutige Medienschaffende werden dem Zeitungsmachen damals in Spielbergs Variante mit Rührung folgen“, meint epd-film.