Mittwoch, 30. August 2017

Pilze suchen bei Dahlem

In der Eifel am letzten Sonntag. Um 23 Grad, fahles Licht, selten drang mal ein Sonnenstrahl durch, diesig. 


>Dahlem

Im Südwesten des Ortes ging ich über die langsam auf 560 m Höhe ansteigende, überwiegend viehwirtschaftlich genutzte Hochfläche Richtung Ermberg. Dort erspähte ich die ersten Champignons, jedoch keine Wildschweine, die ich hier auch schon mal sah.



 


  
>Blick Richtung Ermberg<


>Anis-Champignons<



>Ermberg

Ich bog dann nach Südosten ab, folgte meist einem Waldrand und ging runter ins Glaadtbachtal. 


>Marone<



>Siloanlagen des Hubertushofes Fuchskaul

Auf der anderen Seite des Tals nahm ich ein Waldstück zwecks Pilzsuche in Augenschein. Viele Pilze wollte ich nicht mitnehmen, da ich noch Vorräte von Freitag hatte. Bei einigen schönen Steinpilzen konnte ich aber nicht widerstehen. Ich sah ein Exemplar mit ca. 17 cm Hutdurchmesser. Solche alten Exemplare nimmt man aber nicht mit, da die Konsistenz des Pilzfleisches bereits etwas schwammig ist. 


>Steinpilze südöstlich von Dahlem<


Über den Heidenkopf II kehrte ich nach Dahlem zurück. 12,5 km war diese Tour lang.

Point gesetzt am Ermberg auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Montag, 28. August 2017

Bücherwelten: Schwarze Liebe, Schwarzes Meer

Zülfü Livaneli ist in der Türkei sowohl als Sänger, als auch als Filmregisseur und Buchautor bekannt. 

Sein Roman „Schwarze Liebe, Schwarzes Meer“ (orig.: Kardesimin Hikayesi, 2013) handelt von einem älteren, etwas kauzigen Ingenieur, der seinen Beruf an den Nagel gehängt hat und sich in ein Dorf am Schwarzen Meer unweit der bulgarischen Grenze zurückgezogen hat. Er wohnt dort in einem alten Haus voller Bücher, hat einen großen furchterregenden Hund. Eines Tages passiert nach einer Feier ein Mord an einer schönen Frau. 

Eine junge Journalistin aus Istanbul kommt ins Dorf, um zu recherchieren.Erst kommt sie im Krämerladen unter, später beim Ingenieur, der ihr interessante Mordtheorien und andere Geschichten erzählt. Später erzählt er ihr über Tage hinweg die Geschichte seines Bruders, eine tragische Liebesgeschichte, die nach Russland führt. Doch nichts ist, wie es scheint. 

Ein insbesondere atmosphärisch überzeugendes Buch, flüssig zu lesen, ansprechend übersetzt von Gerhard Meier. 

Zülfü Livaneli spielt mit seinen Lesern und das macht er meisterlich“, meint lovelybooks.

Pilze suchen bei Leubsdorf

Man muss sich wohl daran gewöhnen, dass in Zeiten des Klimawandels und instabiler Wetterlagen auch im August bereits viele Pilze wachsen können. Am letzten Freitag hatte ich frei und ging bei Leubsdorf, einem Ort am Rhein unweit von Linz, auf Pilzsuche.


>Leubsdorf: vorbei an Kirche, Trafostation und Friedhof geht es durch extensiv genutze Wiesen und Streuobstflächen Richtung Wandrand

Die Beute war groß, es gab mehr Pilze, als ich zu tragen gewillt war. 


>Schirmpilz<

Und es gab viele Sorten: Goldröhrlinge, Rotfußröhrlinge und Schirmpilze waren am häufigsten, aber auch einen Hexenröhrling, Steinpilze, Birkenpilze, Täublinge, eine Rotkappe und Maronen fand ich.


>Rotkappe<



>Goldröhrling<



>Schirmpilze<



>Buche. Mitunter ist in dieser Gegend auch die Vegetation noch etwas urtümlich.<



>Steinpilz<



>Linde<



>Steinpilz

Drei Wildschweine (an zwei Stellen) sah ich auch, hörte aber noch deutlich mehr Tiere. In dieser relativ dünn besiedelten abgelegenen Gegend habe ich schon öfter mal Wildschweine gesehen. Leider gelang es mir aber nicht, die Tiere auf ein Photo zu bannen. Sie rennen zwar herum, um meist ist es dunkles Unterholz, und sie sind sehr schnell weg, wenn sie mich sehen (dabei bin ich trotz Pilzmesser harmlos). 


Bei ca. 24 Grad war es eine relativ schwitzige kurze Tour. Nur 8 km. Das lag am Wetter, denn es zog sich nachmittags zu, grummelte, fing an zu regnen, so das ich entschied, wieder nach Leubsdorf zurück zu gehen – die letzten 2 km im Regen mit Regenschirm.

Point gesetzt nahe des ersten gesichteten Wildschweins auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Sonntag, 27. August 2017

Kinowelten – Dunkirk und andere Filme


Christopher Nolan's Film Dunkirk ist mal wieder eine Geschichte aus dem 2. Weltkrieg, 1940 genau genommen, als die bösen Deutschen noch militärisch erfolgreich waren und britisch-französische Truppen in großer Zahl bei Dünkirchen einkesselten. Am breiten Strand warten die Soldaten auf die Evakuierung durch heimische Schiffe, von denen es (aus mir nicht so klaren Gründen) relativ wenige gibt. Ab und zu greifen Flieger oder auch U-Boote an, die einige Schiffe versenken. 

Natürlich gibt es einige Protagonisten im Film, die entweder auch nach England wollen oder als Spitfire-Piloten am Himmel sich Luftkämpfe mit dem Gegener liefern. Nicht die Geschichte der Schlacht zu zeigen, sondern wie Einzelne sie erlebt haben, ist ein Pluspunkt des Films. 

Es erinnert vielleicht auch an Spielberg's „Soldaten James Ryan“. 

Die ersten 85 – 90 % des Films sind souverän in Szene gesetzt, insbesondere mit Strand-Szenerien, Luftkämpfe und die Szenen auf und in den sinkenden Schiffen. Am Ende wird der Film dann jedoch zu pathetisch, insbesondere mit entsprechend kitschiger Musik. Mit der Meinung einiger Kritiker, hier werde politisch Stimmung für den Brexit gemacht, kann ich zwar nicht so viel anfangen, da es vielleicht doch eher die Kritiker sind, die den Film auf eine politische Ebene hieven, aber qualitative Abstriche am Film für die letzten 10 - 15 Minuten gibt es auch von mir, allein schon wegen der Musik. 

Nur durch den Blick der Verlierer, der Nichthelden wird noch eine Ahnung von dem sichtbar, was in Dünkirchen und anderswo wirklich passierte“, meint die faz. Das stimmt, da steckt viel Wahrheit dahinter – und es ist sicher lobenswert, dass hier keine Superman-Heldengeschichte erzählt wird. 

Christian Duguay's Film Ein Sack voll Murmeln nach einem autobiografischen Roman von Joseph Joffo (1973) ist ein weiterer Film, der überwiegend im 2. Weltkrieg spielt. Im Mittelpunkt steht hier eine jüdische Familie, die sich gezwungen sieht, Paris fluchtartig zu verlassen. Dabei werden die zwei jüngsten Söhne alleine auf den Fluchtweg nach Süd-Frankreich geschickt. Mit Bus, Zug und zu Fuß kämpfen sie sich durch, nicht ohne finstere Erlebnisse mit Hinrichtungen, Gefangenschaft etc. zu machen. Ihne wird aber auch geholfen.

Der Film enthält einige eindrucksvolle, manchmal auch brutale Szenen und ist schauspielerisch gut besetzt, vermeidet aber auch oft nicht einen zu nostalgisch wirkenden Touch, der bei Filmen, in denen Kinder eine Hautrolle spielen oft üblich ist. 

Cineman meint daher, dass der Film „weder die Erwartungshaltung an ein Kriegsdrama noch an einen Familienfilm erfüllen kann“. 


Gurinder Chadha's Historiendrama Der Stern von Indien spielt 1947 und erzählt von der Teilung des Kolonialreiches Britisch-Indien, bei dem die Staaten Indien und Pakistan in die Unabhängigkeit entlassen wurden. Bereits bevor England beschloss, Britisch-Indien aufzugeben und zu teilen, gab es Unruhen und Pogrome zwischen Hindus, Moslems etc., die wahrscheinlich über Jahrhunderte von den Engländern auch geschürt wurden, um ihre eigene Machtstellung zu erhalten – das funktioniert ja traditionell am besten, wenn die Bevölkerung uneins ist. 

Im Film bestellt England einen neuen Vizekönig, der prunkvoll mit Frau und Tochter in den Palast in Delhi einzieht. 

Der Film erzählt von den Verhandlungen mit den indisch-pakistanischen Galleonsfiguren. Gleichzeitig wird die Geschichte zweier Bediensteter erzählt, er Hindu, sie Moslem-Frau und wie sie in die Geschichte und in die religiös motivierten Konflikte hineingezogen werden, die schliesslich auf weite Landesteile und bis in den Herrschersitz übergreifen. 

Trotz mancher historischer Filmaufnahmen wirkt der Film nicht besonders authentisch und packend, in Inszenierung und schauspielerischer Leistung eher durchschnittlich. Wahrscheinlich passt es auch nicht zusammen, einerseits von den politischen Verhandlungen, andererseits von Schicksalen „kleiner Leute“ zu erzählen, ohne dass die Geschichte insgesamt mangels ausreichend Tiefgang oberflächlich bleibt. 

Der Film möchte zu viel, überschwemmt mit Ereignissen und verliert dabei seine Figuren immer wieder aus dem Fokus“, konstatiert der filmaffe

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Dunkirk: möglich, aber tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Ein Sack voll Murmeln: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Der Stern von Indien: tendenziell eher unwahrscheinlich. 

Wanderung Rheinbach – Tomburg - Meckenheim

Sommerlich war das Wetter am letzten Sonntag nicht gerade, auch die Sonne liess sich nur selten blicken, aber ich lief natürlich mal los.


>Fachwerkhaus, Rheinbach. Eines der Prunkstücke, aber es gibt noch andere.

 Startpunkt Rheinbach, man kommt südlich in den Wald.
 

>Alte Eiche, Wormersdorfer Wald

Hier habe ich nach Pilzen geschaut, auch einige wenige Schirmpilze und Täublinge gefunden, die einen leuchtend roten oder orangen Hut hatten.
 
 
Bei diesen Pilzen probiert man das Fruchtfleisch direkt vor Ort. Es sollte nicht bitter oder scharf schmecken, denn so würde dann auch die Mahlzeit schmecken, Stichwort: Speitäubling. 

Ich kam vom geplanten Kurs ab und daher später zur Tomburg. Gut, dachte ich mir, steige ich dann auf den Ruinenhügel, da war ich schon ein paar Jahre nicht mehr. 

 
>An der Tomburg<


Oben trifft man Touristen und kann durch zyklopisches, eingestürztes Mauerwerk laufen. Der weithin sichtbare Turm der Burg ist aber nicht besteigbar. Der Rückweg nach Meckenheim führt überwiegend durch die mir hinlänglich bekannte Obstbaumlandschaft.


>Blick Richtung Kirche Ersdorf-Altendorf

Die Birnen und Äpfel sind schon sehr weit, die Ernte naht.


Tiere gab es auch zu sehen, beispielsweise:


>Esel, Schweine am Ortsrand von Wormersdorf. Hühner liefen hier auch rum.<

 
  

>Die Ernte-Kisten für die Äpfel sind schon abgeladen und an verschiedenen Stellen um die Apfel-Plantage aufgebaut.

Meckenheim, das begeistert mich nicht so recht. Außerdem gibt es dort das schlechteste Eis, das ich kenne. Über Bonn fuhr ich zurück nach Köln. 12 km war die Tour lang.

Point gesetzt an der Tomburg auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Donnerstag, 24. August 2017

Ausprobiert

Massage-Salons auszuprobieren gehört eher nicht zu meinen gewöhnlichen Beschäftigungen, zumal dies eine kostenträchtige Angelegenheit ist. Es gibt viele Dutzend in Köln. 

Neuerdings kenne ich einen zweiten chinesischen Salon. Während der erste Salon sich inzwischen in Zusammenhang mit der Hausrenovierung dort umbenannt hat, habe ich am Samstag mal einen anderen Salon in der Luxemburger Straße ausprobiert:


Das Prozedere war ähnlich, der Part Fußmassage allerdings deutlich besser, das Interieur des Ladens geschmackvoller. Traditionelle chinesische Musik lief auch. Preis identisch.

Soundwelten (17/2017)

Die Alben von Faust, Galley Beggar und Hey Colossus gefallen mir in dieser Prüfserie ganz gut.

FaUSt. Album: Fresh Air (2017). Auch wenn sie ihren Namen heute anders schreit, hat die deutsche Krautrock- und Underground-Legende Faust schon 1971 ihr erstes Album herausgebracht. Für mich entdeckt habe ich sie 1975 und bis 1980 immerhin 3 LP's gekauft. 1975 praktisch aufgelöst, erscheinen dann erst ab 1994 wieder regelmäßig Alben. Und sie sind ihrem Stil treu geblieben, echter Krautrock, oft vergleichsweise mit dissonant-schrägen Tönen, auch auf dem neuen Album, das relativ viel Gesang von Man/Woman hat. Gute Platte, habe ich kürzlich schon gekauft (weil sie Saturn merkwürdigerweise im Laden stehen hatte). SHR: 1 T – 7 T. WD: 26/d.  

Galley Beggar. Album: Heathen Hymns (2017). Viertes Album einer britischen Folk- und Psychedelic-Rock-Band mit Lady (und ausnahmsweise im Duett auch mit Mann) am Micro. „Jedenfalls ist dieser folkig orientierte mit gehörigem Psyche-Schlag versehene Stoner Rock ein Genuss, der hauptsächlich im Midtempo die Ohren seiner Hörer erobert“, resumiert musikreviews. Ich hatte im letzten Jahr schon das vorangegangene Album von ihnen gekauft – und dieses muss ich mir wohl auch gelegentlich zulegen. SHR: 1 T – 7 T. WD: n.v.  

Hey Colossus. Album: The Guillotine (2017). Vielleicht neuntes Album einer seit 2004 mit Veröffentlichungen in Erscheinung tretenden britischen Band. Relativ düster und schroff, hört sich in meinen Ohren nach 1980er-Jahre-Sound an. „Breitseiten aus Industrialrock treffen hier mit gehöriger Wucht auf krautrockige Avancen und mächtig nach unten ziehenden Noise, der hin und wieder in die Dimensionen der Swans vorstößt“, konstatiert betreutesproggen. Gefällt mir ganz gut und ist nicht so krachig wie das Zitat vielleicht vermuten läßt. SHR: 2 T – 14 T. WD: n.v. 

Into This. Album: Monster We Created (2016). Debut-Album einer deutschen Punk-/Good-Feel-Band. Der Sound ist überhaupt nicht mein Ding. SHR: 1 T – 6 T. WD: n.v.  

Judith Holofernes. Album: Ich bin das Chaos (2017). Das zweite Solo-Album der Wir-sind-Helden-Chanteuse enthält überwiegend pflegeleichten deutsprachigen Pop. Besonders in den ruhigen Stücken anhörbar. In die Top 10 der Album-Charts schaffte sie es diesmal aber nicht. SHR: 36 T – 373 T. WD: 26/d. 

King Gizzard And The Lizard Wizard. Album: Murder of The Universe (2017). Obwohl erst in 2010 mit der ersten Single in Erscheinung getreten, gibt es mittlerweile 11 Alben dieser australischen Psychedelic-Rock-Band. In Australien erfolgreich, kennt sie hier wohl kaum jemand. Treibender, mitunter verschrobener Sound, mit Lady und Männern am Micro, häufig Spoken Words. Kann man anhören, mitunter nervig-schnell und „es fehlen die Highlights“, wie auch der musikexpress meint. SHR: 125 T – 305 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 

Samstag, 19. August 2017

Wanderung Üdingen – Nideggen - Abenden

Am letzten Sonntag. Gutes, für einen Augusttag allerdings auch relativ kühles Wetter. Ich fuhr am früheren Nachmittag mit der Rurtal-Bahn nach Üdingen und ging einen der Wege Richtung Leversbach hoch. 

Der Name „Leversbach“ soll sich aus dem germanischen Wortstamm für „Bach an den Grabhügeln“ ableiten und meint einen prähistorischen Weg von Drove nach Leversbach, der von zahlreichen Hügelgräbern begleitet ist. 

 „In der Sagenwelt der Gegend wimmelt es von Hexen, Juffern, weißen Frauen, Zauberern und Zwergen, die auf eine uralte Besiedlung des kleinen Ortes und seiner Umgebung hinweisen. Zahlreiche Bodenfunde haben dies inzwischen bestätigt. Schon die Römer betrieben am Hang der Mausauel bei Leversbach einen lebhaften Erzbergbau, der im Mittelalter unter der Drover Herrschaft wieder aufgenommen, und im 16. und 17. Jahrhundert zum wirtschaftlichen Rückgrat der ganzen Herrschaft wurde“, zitiert aus dem Buch „Kreuzau in alten Ansichtskarten“ von Stefanie Enge-Schwer & Toni Lenertz, 1979. 

Hexen, Zwerge und dergleichen sah ich nicht. Westlich von Leversbach an der Mauauel kam ich jedoch durch eine „zerwühlte“ Gegend, die wahrscheinlich mit dem erwähnten Bergbau zu tun hatte:


>Gegend am Aussichtspunkt ins Rurtal, westlich von Leversbach; schüttere Pflanzendecke, häufig mit Kiefern bewachsen, auch Heidelbeersträucher.<


Obgleich ich in dieser Gegend schon oft herumlief, war ich dort noch nie. Es gibt dort einen Aussichtspunkt mit Blick auf das Staubecken Obermaubach. Auf mittlerer Höhenlage lief ich mehrere Kilometer an den steilen Hängen des Mausauel-Waldes lang.


>Mausauel: Blick Richtung Obermaubach und Staubecken

Manchmal sieht der Wald hier noch recht urtümlich aus, vielleicht sind es geschützte Naturwald-Zellen.


>Alte Eiche, Wald, Mausauel<




  
Später kommen auch Felsen:




  
Ich nahm dann einen Weg quer durch die Altstadt von Nideggen. Dort bin ich im Grunde relativ selten, obgleich es einige bedeutsame historische Bauwerke, z.B. auch der ehemaligen Stadtbefestigung gibt. 


Diese alten Bauwerke fallen besonders auf, weil sie aus den örtlichen rötlichen Sandsteinen gebaut sind. 

Der weitere Weg danach nach Abenden war fast identisch mit dem Weg eine Woche zuvor. Es gab demnach auch weitere Felsen zu sehen:


In Abenden verpasste ich die etwas verspätete Bahn um 2 Minuten, weshalb ich noch in Ruhe an gewohnter Stelle ein Weizenbier und ein Stück Käsekuchen konsumieren konnte. Touristen trifft man hier am früheren Abend gelegentlich. Diesmal kam noch eine Familie aus Holland, um für ein Bier draußen zu sitzen. Meist sind diese ausländischen Touristen mit einem Wohnmobil unterwegs und klappern Zeltplätze ab. Sie sind dann nur für eine Nacht oder vielleicht maximal 2 Nächte in Abenden, denke ich mir. 

Vor allem wegen der verpassten Bahn war ich erst gegen 23:15 Uhr zu Hause. 

13 – 14 km war diese Tour lang.

Point gesetzt nahe den Buntsandstein-Felsen bei Nideggen auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Biergartenwetter?

Am letzten Samstag am späteren Nachmittag traf ich am Kino zufällig einen Arbeitskollegen. Nach dem Film „Der Ornithologe“ setzten wir uns noch für zwei Bierchen draußen an der Eigelstein-Torburg hin. Überwiegend sprachen wir über die Vermieter. Lästige Konflikte haben bei ihm zu einer Eigenbedarfskündigung geführt, die er kurz zuvor aus dem Briefkasten angelte. 

Biergarten-Wetter hatten wir allerdings nicht. 

 
>Textilcafé, Eigelstein, Köln-City

Am letzten Sonntag war ich wandern, allerdings erst um 23:15 Uhr zurück. Ein Bericht wird natürlich noch folgen.

Nachdem die Physiotherapie am  gebrochenen Finger nach 12 Sitzungen beendet ist, hatte ich vor einigen Tagen noch einen Termin bei der Zahnärztin, um eine Krone einzubauen. Das lief reibungslos, obwohl mir das Provisorium in der Woche zuvor schon wieder weggebrochen war.

Kinowelten – Die göttliche Ordnung und andere Filme


Petra Volpe's Film Die göttliche Ordnung spielt in der Schweiz im Jahr 1971, als das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Ein Bergdorf steht im Mittelpunkt. Aus der Perspektive einer dort ansässigen Ehefrau und Mutter (Marie Leuenberger) wird geschildert, wie und warum sich diese Frau plötzlich aktiv für das Frauenwahlrecht einsetzt und welche Widerstände in den verbohrten Köpfen der Männer zu überwinden sind. Nebenbei geht es auch noch um die sexuelle Revolution.

Das ist ein toller Film, auch weil er zeigt, wie schwierig es ist und wieviel Mut es braucht, Traditionen zu brechen, die oft von den Frauen auch selbst gelebt werden und welche Mechanismen dazu führen, dass Traditionen in festgefügten Gemeinschaften immer weiter fortgeschrieben werden. 

Die Geschichte bietet beste Unterhaltung, überzeugend besetzt bis hinein in die Nebenrollen und sehr gekonnt erzählt“, meint die nzz. Das sehe ich auch so.

Cédric Klapisch's Film Der Wein und der Wind spielt in der Weinanbau-Gegend Burgunds. Der Film handelt vom Wein, vom Wein kosten, aber auch von Rivalitäten zwischen Weinbauern und familiären Problemen und Wein-Ritualen. Drei Geschwister. Der Tod des Vaters naht, einer der Brüder kommt nach 10 Jahren rechtzeitig aus Australien zurück. Der Vater stirbt. Der Hof soll weiterlaufen, aber die Erbschaftssteuer ist hoch.

Uns es gibt noch ein Problem, denn der Mann aus Australien hat selbst Probleme, und das Erbe geht zu je einem Drittel an die Söhne und die Tochter. Der Mann hängt nicht mehr an dem Land, würde also gerne ausgezahlt werden, hängt aber an seiner Schwester. 

Nun, sie raufen sich zusammen. So ist es doch ein weitgehend harmonisch-natürlicher Film. Hübsch anzusehen. „Entschleunigtes wie geerdetes Familiendrama“, meint kino-zeit

João Pedro Rodrigues' Film Der Ornithologe spielt im Norden Portugals, wo ein Ornithologe in einem Nationalpark mit seinem Kajak einem Fluss folgt. An Stromschnellen kentert er, wird später bewußtlos von zwei chinesischen TouristInnen gefunden. Er erweist sich als Ungläubiger, dem die Frauen einen Schlaftrunk verpassen. Gefesselt an einen Baum wacht er auf, kann sich nachts jedoch befreien und davon machen. Aber die Pillen, die er nehmen muss, hat er verlegt. Später hat er noch andere sonderbare Begegnungen mit um ein Feuer tanzenden Gestalten oder mit berittenen barbusigen Amazonen.

Ich dachte mir schon, dass der Film etwas zäh werden könnte, aber Filme über sonderbare Reisen in die Wildnis interessieren mich prinzipiell schon – ich renne ja manchmal selbst in der Wildnis rum. 

Und dieser Film war dann doch kurzweiliger als erwartet, mit sonderbarem Sound, vielen Tieren wie Eulen und Adlern, zunehmend surrealen Zügen im Verlauf der Reise, verschrobenen sexuell-tabuisierten Kontexten. Die katholische Symbolik habe ich wahrscheinlich nicht verstanden, weil ich mich in dem Sektor nicht auskenne, macht aber auch nichts. 

"Dieser Film ist Arthousekino, das die Sinne belebt und die Fantasie auf Reisen schickt", meint kritiken

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Die göttliche Ordnung: ja, wahrscheinlich. 
Der Wein und der Wind: ja, vielleicht. 
Der Ornithologe: tendenziell eher nicht. 

Bücherwelten: Rupien! Rupien!

Vikas Swarup's Roman „Rupien! Rupien!“ (orig.: Q & A, 2005) wurde in 2008 von Danny Boyle als „Slumdog Millionär“ erfolgreich verfilmt. Ein toller Film, ein tolles Buch. Leider ist es schon wieder 7, 8 Jahre her, seit ich den Film sah, ich habe Erinnerungslücken. Ich schätze mal, dass das Buch einen deutlichen Touch düsterer ist. 

Erzählt wird hier aus der Perspektive eines indischen Jungen. Dieser nahm an einer Quizshow teil und steht diese bis zum Höchstgewinn von 20 Milliarden Rupien durch, obwohl er – aus einem Slum kommend - kaum Schulbildung hatte. Er landet daraufhin im Gefängnis. Eine Reporterin kommt und fragt, woher er all diese Antworten wusste. Das ist einer lange Geschichte. Zu jeder Frage erzählt er der Frau eine Geschichte aus seinem Leben, die die Lösung der speziellen Frage in der Quizshow bereit hält. 

Und diese Geschichten sind allesamt ziemlich intensiv tragisch und finster. Man erfährt hier – aus Unterschicht-Perspektive - sehr viel aus dem Leben im indischen Alltag mit seinen vielfältigen Gefahren. Und es kommt nahezu alles vor, was man aus Indien schon mal gehört zu haben meint. 

Das Buch macht - bedingt - Lust auf eine Indien-Reise, wenn man sich noch traut - etwas, was man selten von einem Buch behaupten kann. 

Indien mit den Komponenten sozialer Ungleichheit und Ungesetzlichkeit, ein Land, in dem Raub, Mord, Betrug und Überfälle an der Tagesordnung sind, bietet das Bild eines vielfarbigen Völkergemischs übertüncht noch von kolonialer Vormachtherrschaft. Mit unglaublicher Fabulierkunst und doch realitätsnah hat der Autor Vikas Swarup seine Geschichte erdichtet“, sagt die leselupe.