Donnerstag, 29. Juni 2017

Eine Wanderung südöstlich von Bad Münstereifel

Am letzten Samstag war ich mal wieder unterwegs. Diese 12 – 13 km lange Tour war weitgehend eine Waldtour bei um die 23, 24 Grad. Durch Schleidbach- und Schiesbachtal ging es den Effelsberger Weg hoch zum „Langer Kopf“, immerhin 260 Höhenmeter, aber die Strecke war lang und daher nicht sehr steil. 


>Am Nordausgang von Bad Münstereifel gegenüber dem Friedhof gibt es eine Art Kurpark. Die Gebäude am Wasser dort sind langsam verfallende Lost Places.<


>Schleidbachtal<


>Dammwild im Schiesbachtal. Den Tieren war es in der Sonne auch zu warm. Es gibt dort aber auch Waldstreifen, Gedränge am solitär stehenden Baum wäre nicht nötig gewesen.<

Besonders viel hat der Wald um Bad Münstereifel traditionell nicht zu bieten – zu viel Forstwirtschaft verhindert das Heranwachsen wirklich alter Bäume. 


>Im Wald, unten die typischen Fingerhüte<


Im Bodenbachtal lief ich runter nach Eicherscheid, womit ich wieder an der Erft war, die auch Bad Münstereifel durchfließt. 


>Eicherscheid. Unten die alte Trafostation, heute "Artenschutzturm"<


Von Eicherscheid sind es ca. noch 3 km im Erfttal nach Bad Münstereifel: 
 

Irgendwie war ich etwas geschafft, aß ein Apfel-Mango- Malaga-Eis, verpasste deshalb die Bahn und liess mich für ein Weizenbier mitten an der für Autos gesperrten Touristen-Hauptstraße nieder. Auch schön. 


Die nächste Bahn kam allerdings gar nicht erst, weshalb ich dann noch eine weitere Stunde länger dort verweilen musste. Ich las die Zeit weitgehend in meinem Roman, aber die Sitzbank war schon ziemlich sonnig.

Sonntag, 25. Juni 2017

Sound-Landschaften (14/2017)

In dieser Prüfserie war gefielen mir die Alben von Pixel am besten. 

Kairon; Irse!. Album: Ruination (2017). Zweites Album einer finnischen Progressive-Rock-Band. Ziemlich verfrickelt, mit vielen Stilbrüchen, oft lange Songs oberhalb der 10-min-Marke. Gute Ansätze, spricht mich aber insgesamt nicht so sehr an. „Sehr abwechslungsreich und farbig ..., gleichzeitig aber auch recht sperrig und verwinkelt“, meinen auch die babyblauen-Seiten. SHR: 4 T – 16 T. WD: n.v. 

Kalle Kalima. Album: High Noon (2016). Vielleicht zwölftes Album, das unter dem Namen dieses finnischen Jazz-Gitaristen erschien. Als Trio werden hier Western-Hymnen instrumental interpretiert. Kann man anhören, nervt nicht, aber als Ganzes trifft das Album nicht so meinen Geschmack. SHR: 2 T – 111 T, WD: 5/d.  

Ein musikhistorischer Exkurs: Einige wenige Songmelodien auf dem oben aufgeführten Kalle-Kalima-Album sind weltberühmt, hat quasi jeder von uns schon mal gehört, z.B. den Song „Ghost Riders in the Sky“ (siehe wikipedia). Wem das jetzt nichts sagt (mir hätte es vor diesem Beitrag auch nichts gesagt), kann sich z.B. die erste tonal konservierte Version des Songs von Burl Ives aus dem Jahr 1948 bei youtube anhören. Wirklich bekannt wurde der Song aber erst 1949 in der Version von Vaughn Monroe & His Orchestra. Heute sind ganz andere Versionen viel berühmter, ihr könnt selbst bei youtube nachforschen. Es gibt Hunderte dokumentierte Versionen von diesem Song quer durch viele Musikstile. Dass sich die alten Versionen von der sowieso rein instrumental gehaltenen Jazz-Interpretation des Kalle-Kalima-Albums oder z.B. der punkrockigen Version der Apokalyptischen Reiter (Live-Video) deutlich unterscheiden, liegt wohl auf der Hand. Das Schöne daran ist, dass mir Songs, die ich gut finde, durchaus auch in ganz anderen Stilrichtungen gefallen können. So ist auch die Jazz-Version des Songs von Kalle Kalima aus meiner Sicht eines der Highlights des Albums.  

Leah. Album: Kings & Queens (2015). Zweites Album eines kanadischen Symphonic-Metal-Kunstprodukts mit der namensgebenden Frontfrau am Micro. Meine Begeisterung hielt sich stark in Grenzen, ist mir zu aufdringlich und pompös und mit zu vielen Blast Beats. SHR: 18 T – 284 T, WD: n.v. The 

Moonlandingz. Album: Interplanetary Class Classics (2017). Debut-Album einer vermutlich US-amerikanischen Band, das intro als „ein düsteres, verrücktes und zuweilen verzweifeltes Album mit Synthesizer- und Orgelklängen“ beschreibt. Psychedelic, Krautrock, Indie, Punk und schräger Experimental Pop. Auf jeden Fall interessant schräg, wenn auch vielleicht nicht so ganz mein Geschmack. SHR: 19 T – 141 T, WD: n.v. 

Natacha Atlas. Album: Myriad Road (2015). Etwa zehntes Album einer belgischen Sängerin mit – wahrscheinlich nicht nur auf diesem Album – arabisch-afrikanisch beeinflusstem Jazz-/Chanson-Stil. Kann man gut anhören, trifft aber dennoch nicht so ganz meinen Geschmack. SHR: 15 T – 221 T, WD: 9/d.  

Pixel. Alben: Reminder (2012), Golden Years (2015). Debut- und drittes Album einer norwegischen Avantegard-Jazz-Band mit Lady am Micro, doch sind bestimmt ca. 50 % der Stücke wohltuend instrumental. Der Unterschied zwischen den beiden Alben ist stilistisch wohl eher marginal. Das erste Album hat aber einen schönen 8-Minüter. „Coole Band“, sagt betreutesproggen. Gefällt mir ganz gut. SHR: 1 T, 1 T – 3 T, WD: n.v.  

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 

Gothic Sounds

Sopor Aeternus und eine Lady mit dem Künstlernamen Cuirina kooperierten für das Album „Nenia C'Alladhan“ (2001/04), das tatsächlich noch im Handel greifbar war. Es ist mein neuester Neuerwerb. Das Album enthält zwei Versionen des kultigen 11-minütigen Feen-Gothic-Songs „Sternblumennacht“, anhörbar auch bei youtube. Damals, als der Song erschien, ist er mir nicht zu Ohren gekommen. 

Sopor Aeternus würde ich mal als Underground der Schwarzen Szene schlechthin bezeichnen. Künstlerisch sind insbesondere auch die Videos interessant, die eine geisterhafte Atmosphäre verbreiten, passend zu den Songs, beispielsweise: 


>Sopor Aeternus & The Ensemble of Shadows mit "Children of the Corn" (2011) vom gleichnamigen Album, dankenswerterweise hochgeladen von soporvideoarchive

Das Album „Children of the Corn" hätte ich auch schon längst verkauft, aber die meist nur in stark limitierter Auflage von knapp 2.000 Exemplaren mit diversen Merchandising-Produkten zusammen verkauften neueren Werke sind einfach zu teuer.

Eine Wanderung westlich von Nettersheim

Am letzten Sonntag wanderte ich westlich von Nettersheim. Um 24 Grad, heiter bis wolkig. Ziel war nicht das Urfttal, sondern die Hochflächen drum herum. Ich ging zunächst über die Felder oberhalb des Schleifbachtales nach Marmagen.






Dann bog ich nach Norden ab, um oberhalb des Gillesbachtals und des Urftals nach Nettersheim zurückzulaufen. Dieser Weg verlief über größere Strecken am Waldrand entlang.




>Insekten gabe es auch zu sehen, sogar Schmetterlinge. Aber für diese war es - photographisch gesehen - wieder zu windig. Der Käfer oben ist der Gefleckte Schmalbock, den unten habe ich noch nicht zu bestimmen versucht.




 
>Nur eine winziger Teil der Tour führte durch Wald. Aber hier, bei Bahrhaus, waren reliktisch noch alte Buchen vorhanden.<



>Alte Trafostation bei Bahrhaus, einem Weiler mit zwei, drei Höfen



>Später kam ich noch an einem riesigen Erbsenfeld vorbei. Die Erbsen waren weiter als noch vor einer Woche auf einer anderen Tour. Lecker!



>Landschaft nordwestlich von Nettersheim

In Nettersheim war Flohmarkt. Ich kehrte nirgendwo ein (zu voll). 

Ca. 13 km war diese Tour lang.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Bücherwelten: „Nathan Sid“ von Adriaan Van Dis

Es gibt Bücher, die habe ich echt schon sehr lange und zuvor noch nie gelesen. Die Novelle „Nathan Sid“ z.B. kaufte ich im Juni 2001 in der Ehrenstraße. Der Laden ist längst verschwunden. Woher ich das Kaufdatum weiss? Normalerweise lasse ich den Einkaufsbon im Buch stecken, solange ich es noch nicht gelesen habe. 

Adriaan Van Dis ist ein niederländischer Autor und immer noch aktiv. Die Novelle „Nathan Sid“ schrieb er 1983. Sie spielt ungefähr Mitte der 1960er Jahre und trägt autobiographische Züge, denn sie handelt von einem Jungen, der mit drei in Indonesien geborenen älteren Schwestern und Eltern, die sich in Indonesien kennen lernten, in den Niederlanden in einer quasi-indonesischen Famile aufwächst. Das entspricht ungefähr seiner Biographie

 Kinder, die sozusagen gleichzeitig mit den unterschiedlichen Wertesystemen zweier Kulturen aufwachsen, können Marotten und Störungen entwickeln – insbesondere, wenn die Eltern auch noch zusätzlich durch teiltraumatische Erinnerungen geprägt sind (im vorliegenden Fall die japanische Besetzung Sumatras in den 1940er Jahren).

Konflikte entstehen sowohl zu Hause als auch in der Schule. Das ist auch bei Nathan so. Er beschliesst, von einem Tag auf den anderen, konsequent Vegetarier zu sein. Das ist nicht leicht, wenn die Schwesterchen ungerührt am Abendtisch weiterhin an Hühnerkeulen nagen. 

Im Ergebnis ist es eine nette anschauliche Novelle über Konflikte in Migrantenfamilien geworden, die damals von Siegfried Mrotzek einfühlsam übersetzt wurde. In mancher Hinsicht passt die Novelle heute in Deutschland sogar besser in die Zeit als in den 1980er Jahren, da die Flüchtlings- und Integrationsproblematik heute viel präsenter ist und in den Flüchtlingsfamilien aus Syrien etc. ähnliche Probleme der Kultur- und Selbstfindung zugegen sein dürften.

Finger und Wetter

Mir geht es ganz gut. Das lag einerseits am schönen, viertägigen Sommerwetter mit über 30 Grad und noch 25 Grad um Mitternacht auf meinem Balkon. „Meine“ Hinterhof-Haus-Fledermaus kam einmal bis auf 2 m ran in der Dämmerung. 



>Prognose von Dienstag, gegen 20.00 Uhr. Den ganzen Tag Gewitter bei 35 Grad Max am Donnerstag – das erschien mir doch etwas unwahrscheinlich. Heute ist festzuhalten, dass es noch kein Gewitter in Köln gab - und deshalb die Temperatur stimmte.

Andererseits liegt meine gute Laune insbesondere auch an der Entfernung der störenden und warmen Finger-/Unterarmschiene am Dienstag. Drei Wochen Schiene haben auch etwas die Haut durch Reibung geschädigt. Jetzt sind die Finger nur noch luftig „getapet“ - ein ganz anderes Lebensgefühl, man fühlt sich gleich weniger invalide und wird auch nicht ganz so oft angestarrt:
 


>Neuer Zustand

Jetzt muss ich allerdings versuchen, etwas aufzupassen. Mit dem Finger gegen Gegenstände (z.B. Stadt- und Wohnungsmöbel) zu stoßen, war schon mit der Schiene nicht so toll.

Montag, 19. Juni 2017

Bücherwelten: „Ihre Nacht“ von Banana Yoshimoto

Die Autorin gilt als No. 2 in Sachen japanischen Belletristik-Exports, hinter Murakami. In ihrem Roman „Ihre Nacht“ (Japan, 2008) erzählt sie von einem Cousin-/Cousinen-Verhältnis. Nachdem diese in der Kindheit getrennt wurden, steht eines Tages der Cousin in Tokyo vor der Tür der jungen Frau. Gemeinsam versuchen sie die Abgründe einer dunklen Vergangenheit zu ergründen, besuchen alte Schauplätze, suchen Zeugen der damaligen Geschehnisse auf. 

Obwohl dieser Roman noch eine faustdicke Überraschung bereit hält, ist es nicht unbedingt der Handlungsverlauf, der Bücher von Yashimoto auszeichnet. Vielmehr ist es die exakte Ausarbeitung der Charaktere, was sie denken, was sie reden, die den Büchern einen enorme, überzeugende Tiefe verleihen. 

Die Übersetzung aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg kann ich als gelungen bezeichnen. 

Ein sehr geheimnisvoller Großstadtroman, der irgendwo zwischen düsterer Wirklichkeit und Traum wandelt, meint misteraufziehvogel treffend.

Filmwelten – Alien: Covenant und andere Filme

Ridley Scott's Film Alien: Covenant schreibt natürlich die Alien-Saga fort. Die Alien-Filme habe ich alle im Kino gesehen, was – soweit ich mich erinnere - bei keiner andere Serie der Fall ist, die es auf mehr als drei Kino-Teile gebracht hat. Die beiden „Alien vs. Predator“-Filme habe ich allerdings nicht dazu gezählt, die kenne ich auch gar nicht, weil sie relativ schlechte Kritiken bekamen. Es ist die düstere Weltraum-Szenerie, die mich anzieht und die letztlich bereits im 1. Teil (1979) den Ruhm von „Alien“ begründete; denn das war damals neu in dieser Form.


Auch im neuen Alien-Film ist die düstere Weltraum-Szenerie das Nonplusultra für mich gewesen, insbesondere die Szenen der riesigen Ruinenstadt auf dem fremden Planeten und das Alien-Raumschiff selbst. Ansonsten finde ich durchaus, dass die meisten Teile der Alien-Saga zwar gut sein mögen, aber durchaus nicht unbedingt einen Spitzenplatz im jeweiligen Kinojahr bei mir belegt haben. 

Auch bei dem neuen Film gibt es Mängel, schwächere SchauspielerInnen, Nachlässigkeiten im Drehbuch, Fragen nach der Sinnhaftigkeit der ganzen Alien-Geschichte im Allgemeinen, zu deren Erhellung die einzelnen Teile eben nicht viel beitragen. Dass Menschen ohne einen ausreichend dichten Schutzanzug, d.h. mit blanker Haut, einen fremden Planeten betreten, halte ich beispielsweise in der gezeigten Art und Weise nicht mehr für passend in einem modernen SF-Film. Da hätte man dann viel umfassender auf vorangegangene Besuche oder Mikroben-Untersuchungen etc. eingehen müssen, um dies plausibel zu machen. 

Von den gelesenen Kritiken gefiel mir noch am besten diejenige des faz-Autors. U.a. ist hier zu lesen: „Böse ist ein Geschöpf, das denken und phantasieren kann, also selbst schöpferisch, ja: künstlerisch begabt ist, sich aber weigert, eine andere Wertskala anzuerkennen als die der Effizienz beim Töten und Überleben."

Simon Aboud's Film Der wunderbare Garten der Bella Brown entführt uns wieder mal in die romantisch-schrullige Welt einer „Amelie“. Als Angestellte einer kleinen Bücherei und Möchtegern-Schriftstellerin führt Bella ein zurückgezogenes Leben. Sie wohnt zur Miete, hat ein zugehöriges Innenhof-Gartengrundstück, doch kein besonderes Interesse an Gärtnerei und Angst vor den Pflanzen – mit dem Ergebnis, dass der Garten völlig verwildert ist. Das wiederum empört ihren Vermieter, der einen städtischen Angestellten auf sie ansetzt und eine Monatsfrist zum Aufräumen des Gartens erwirkt. Wegen häufigen Zuspätkommens bekommt sie zusätzlich Stress in der Bücherei und ihre zarte Beziehung zu einem Kunden dort droht in Liebeskummer umzukippen, als das erste Date platzt. Doch der Koch, den sie dem grantigen alten Vermieter abgeworben hat, steht ihr zur Seite. 

Alles wird gut. Lieblich-süsslich wird diese Geschichte erzählt. Dennoch kein schlechter Film, vielmehr ein gelungenes Stadt-Märchen. Kino-zeit textet:Die Zweifel beiseitegeschoben, kann man genießen, was wunderbar ist am Film: Das Märchenhafte und der Fokus auf das Schöne in der Welt. Und wenn es nur die Blumen in Großaufnahme und die Geschichte um das Gärtnern sein mögen.

Matti Geschonneck's Film In Zeiten des abnehmenden Lichts erzählt vom 90. Geburtstag eines hochdekorierten und etwas alzheimergeschädigten Alt-Stalinisten (gespielt von Bruno Ganz) in Ost-Berlin 1989. Anläßlich dieses Ereignisses kommen natürlich die näheren Verwandten, aber auch Funktionäre der Partei, Delegationen von Kombinaten oder sein Hausarzt zu der altehrwürdigen Villa, wo der Mann mit seiner Frau und der Haushälterin wohnt. Das Fest wird zum Desaster, noch bevor das Bankett eröffnet wird, weil die heile Welt im Familienclan gestört ist und der Nazi-Bankett-Tisch mit den ganzen Speisen drauf vorher zusammenbricht. 

Als Westler, der allerdings die damals herrschenden Verhältnisse in der DDR und in den privilegierten Haushalten nicht persönlich erlebt hat, empfand ich das gezeigte Milieu ganz gut getroffen. 

Auch überzeugen die SchauspielerInnen in ihren Rollen. Soweit kritisiert wurde, dass die Romanvorlage (2011) von Eugen Ruge viel umfassender ist und sich weder räumlich noch zeitlich so eingegrenzt mit fast nur einem Geburtstags-Tag beschäftigt, mag das stimmen, ist aber nicht Gegenstand dieser Filmkritik, da ich das Buch nicht kenne. 

In der zeit hat der Autor die Entscheidung, nur einen Tag zu verfilmen, für durchaus klug gehalten:So wurde das Buch zum dankbaren Material, nicht zur knechtischen Vorlage. Es gibt nicht so viele Filme, die den Osten mit seiner Steifheit, Verträumtheit, seinen Hoffnungen, seiner Sauffreude und leisem Humor glaubwürdig abgebildet haben. Dieser gehört definitiv dazu“. Dieser Sichtweise kann ich mich durchaus anschließen, aber Menschen, die vorher das Buch gelesen haben, können wohl durchaus enttäuscht werden. 


Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Alien: Covenant: ja, vielleicht. 
Der wunderbare Garten der Bella Brown: ja, vielleicht. 
In Zeiten des abnehmenden Lichts: ja, vielleicht. 
 

Wanderung Dahlem – Witzenberg - Birgel

Am Sonntag vor gut einer Woche war für Köln ein heißer Tag mit 30 Grad angesagt. Die meines Wissens drei höchstgelegenen Bahnstationen auf der Strecke „Köln – Trier“ sind die drei hintereinander liegenden Bahnstationen Blankenheim/Wald, Schmidtheim und Dahlem, alle mindestens auf 500 m NN. Das hängt damit zusammen, dass der Zug ab Kall im Urfttal bergauf fährt – bei Schmidtheim ist die Quelle - und hinter Dahlem ins tief eingeschnittene Kylltal runter fährt.

Ich fuhr nach Dahlem. Östlich des Ortes liegen die drei Heidenköpfe I, II, III – ein Waldgebiet, in dem der Heidenkopf III mit 594 m der höchste „Berg“ ist. 



>Kurz vor Erreichen des Heidenkopfes II noch gute Sicht. Man sieht die "Verspargelung" der Landschaft. 48 Windräder, die inzwischen ja meist mit &gt; 150 m Höhe gebaut werden, konnte ich sehen.<

Es gibt hier nichts Besonderes im Wald zu sehen (kommerziell orientierte Holzwirtschaft), weshalb die Bemühungen um mehr touristische Infrastruktur um Dahlem wahrscheinlich überschaubare Erfolge haben werden.





>Ameisenhaufen gab es allerdings viele in diesem Wald, aber nur einen Teich.<



Ich bog ab nach Süden und ging runter ins Kylltal nach Glaadt. Immerhin haben die Wege gut ausgebildete Randstreifen mit vielen blühenden Blumen – allerdings auch deshalb, weil sie ziemlich breit sind und von der Sonne beschienen werden.


Ich konnte ein paar Insekten photographieren, aber die Bedingungen waren an diesem Tag nicht günstig, weil doch viel Wind wehte.




>Oben Streifenwanzen, unten Raupe (nicht näher bestimmt)<



Meine Wasserflasche hatte ich vergessen, fiel mir auf. Nicht optimal bei einem Eifel-Sommertag &gt; 25 Grad. Es war wieder etwas hektisch am Morgen, weil ich den nächsten Zug bekommen wollte und nicht erst den Zug eine Stunde später.

Ich kam am Witzenberg vorbei. Hier ist die Rodungsinsel der Rabenberger Höfe, und man nach Glaadt dann überwiegend am Waldrand lang laufen. Die tiefer gelegenen Wiesen wurden gerade gemäht.

In Glaadt gibt es eine Schlossruine, die ich aber schon kannte.

In Jünkerath kam ich an einer Tankstelle vorbei, besorgte eine Wasserflasche, trank dort direkt eine kleine Cola-Flasche und kaufte ein Eis. Es gab dort nämlich eine schattige Sitzecke draußen mit drei Hockern und Tischchen.

Ohne Getränk wäre die Tour hier zu Ende gewesen, aber so gestärkt, ging ich – vorbei am Apothekenthermometer, das nicht ganz beschattete 36 Grad anzeigte - weiter.

Ich war etwas überrascht, ist Jünkerath bei mir doch in der Rubrik „gastronomisches Totland“ eingestuft, und die meisten Läden etc. hatten tatsächlich zu. Aber 1 km weiter in diesem langgestreckten Ort stieß ich auf die „Bierkneipe Kylltalradweg“:



Dort hätte ich auch noch einkehren können. In der Tat ist anzunehmen, dass das Radfahren im Kylltal eine deutlich größere Bedeutung hat als das Wandern. Viel los ist hier aber nicht.

Die nächsten 2km nach Gönnersdorf sind nicht besonders attraktiv. Außerdem zog es sich zu, und es fielen tatsächlich ein paar Regentropfen. In Gönersdorf querte ich Bahnlinie und Kyll und ging am Naturschutzgebiet Hippelsteinchen entlang. Das ist eine schwach entwickelte Wacholder-Heide-Landschaft mit viel Kalktrockenrasen:



Wegen Wind und Wolken achtete ich aber nicht mehr auf weitere Insekten.

Am Hirschberg vorbei ging ich nach Birgel. 




>Kleiner Fuchs. Trockene Wege mögen diese Schmetterlinge.<

In der Außengastronomie des „Wirtshauses zum Sägewerk“ trank ich immer gerne Eiszeit-Weizen. Das ist mindestens für 2013, 2014 und 2016 dokumentiert. 



Eiszeit-Weizen gibt es jedoch dort nun nicht mehr. Ich musste auf – ich glaube, es hiess Benediktiner-Weizen – umsteigen. Dazu orderte ich Apfeltorte.

Die knapp 300 m entfernte Bahnstation heißt „Lissendorf“. Ca. 15 km war diese Tour lang. 


Point gesetzt am Teich auf der Weltkarte bei stories-and-places.com

Samstag, 17. Juni 2017

Sound-Landschaften: Emma Ruth Rundle mit „Marked for Death“

Die US-Amerikanerin Emma Ruth Rundle sehe ich als so eine Art neue frühe P. J. Harvey. Sie war/ist zuvor in anderen Rock-Bands als Gitarristin und/oder Sängerin aktiv gewesen, kommt also nicht aus dem Nichts. 

Das zweite, oben genannte (Solo)-Album (2016) habe ich mir zugelegt. Schroff und fragil zugleich ist der Sound. Ein vergleichsweise exzellentes 26-min-Video eines Rock-Konzertes hat unARTigNYC dankenswerterweise auf youtube veröffentlicht: 



Songs ihres neuen Album sind dort auch zu hören. „Das noisige Gewand steht der polymorphen Liedersammlung hervorragend“, meint intro zum Album.

Bücherwelten – Der Krake


China Miéville's Roman „Der Krake“ (orig.: 2010) spielt im magischen London dieser Tage, das voller geheimer Sekten und zum Teil auch funktionierender okkulter Praktiken ist. Aus einem Museum wurde ein konserviertes, großes totes Krakentier gestohlen – samt Behälter. Verschiedene konkurrierende Sekten schieben sich gegenseitig die Schuld zu und begeben sich auf die Suche nach dem Tier, das zentraler Bestandteil ihres Glaubens ist oder von dessen Kraft Unheil oder eigener Machtzuwachs erwartet wird. Magisch-übernatürliche Wesen erwachen zum Leben, und auch der Krake wird zeitweise wieder lebendig. 

Im Ergebnis hatte ich so einige Schwierigkeiten, mich mit dem Buch anzufreunden. Vor allem hängen die mittleren Dreifünftel Seiten des über 700 Seiten dicken Romans schwer durch. Viel pseudo-existenzielles und philosophisch-okkultes Geschwafel über den kommenden Weltuntergang dominiert. 

Von China Miéville las ich schon einige Bücher, aber dieser Roman hier hat doch meiner positiven Meinung über sein Werk einen deutlichen Dämpfer verpasst. Oder die Übersetzung ist schwach. Die Meinungen über dieses Buch sind durchaus unterschiedlich, man kann sich das beispielsweise bei amazon angucken.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Eine Wanderung in und bei Düren

Diese Wanderung habe ich schon vor am Sonntag vor 10 Tagen gemacht. Sie fand fast ausschleßlich auf dem Stadtgebiet von Düren statt und war ca. 15,5 km lang. Das Wetter war mäßig, viele Wolken, aber es regnete nicht. Ich ging zur Rur, deren Ufersaum bereits stadtnah ziemlich naturbelassen aussieht. 



>Die Rur-Landschaft, ca. 2 km westlich des Hauptbahnhofs


Es gibt hier auch mindestens einen Biber. 


Später verließ ich die Rur-Aue zunächst, um durch Mariaweiler und am Dürener Badesee vorbei zu gehen. Da war ich noch nie, aber erwartungsgemäß gibt es auch nicht viel zu sehen. Viele Wildzeltler zwischen den Bäumen am Ufer.


  


>Altes Fabrikgemäuer am Rande von Mariaweiler. Erhaltenswert aus meiner Sicht.

Ich ging weiter zum Echtzer See, ebenfalls ein Badesee. Diese Seen sind ehemalige Restlöcher aus dem Braunkohletagebau in dieser Gegend. Insbesondere am Ortsrand von Echtz ist der See relativ hübsch anzuschauen: 


Interessanter fand ich allerdings die Biogasanlage direkt am Ortsrand von Echtz. Das roch man. Außerdem hat man hier einen guten Blick auf das Kraftwerk Weisweiler und einige Windräder.




>Dieses Motiv ist aber herangezoomt. Das Kraftwerk ist mehrere Kilometer weit weg.

Nördlich von Hoven ging ich wieder zur Rur und weiter nach Norden. 


>Erbsenfeld bei Hoven. Die Erbsen sind noch nicht so weit, aber die jungen Schoten schmecken auch ganz gut.

Der Rur-Weg ist hier ziemlich verlassen und auch attraktiv. Ich sah ungewöhnlich viele Kaninchen, aber sie flohen. 


>Eine der Rur-Stufen. Gegenüber liegt der Merkener Busch.

Die andere Seite der Rur mit dem Merkener Busch und mehreren Mühlenteichen hätte mich mehr interessiert, aber man kommt hier nicht über die Rur und ich weiss nicht, ob die Gegend überhaupt zugänglich ist. 

Von der Bahnstation Huchem-Stammeln fuhr ich zurück nach Düren und Köln. 

Am letzten Sonntag war ich auch wandern, aber die Sichtung der Bilder und der Bericht werden noch etwas dauern.

Die Bar

Kürzlich war ich in einer Bar & Lounge: 


Ich entschied dies eine Minute vorher; denn ich musste unbedingt pinkeln – und zwar innerhalb einer Minute. 

Das Problem ist nicht neu. Am Donnerstag bin ich häufig bei meinem Vater. Und dort trinke ich dann oft viel Schwarzen Tee. Auf dem Weg nach Hause kann dann das Problem auftreten. Es gibt auf dem Weg verschiedene „illegale“ Optionen des im Freien Pinkelns, aber sie sind unbeobachtet „unsicher“, wenn es draußen hell und schönes Wetter ist - und man muss sie noch erreichen können. Heute war ich jedenfalls an der Haltestelle „Eifelstraße“ und entschied dort, in der Bar gegenüber pinkeln zu gehen. 

Ich erzähle das hier nur, weil es für mich interessant war in der Bar. 

Ich hätte für den „Verrichtungsvorgang“ auf der Toilette nichts zahlen müssen, aber ich gehe nicht in eine „Vergnügungsstätte“ pinkeln, ohne etwas zu zahlen, denn ich verstehe schon, dass solche Gäste keine erwünschten Gäste sind. 

Also orderte ich ein Bier. In dieser Bar war ich noch nie, und ich war der einzige Gast. Deshalb war es interessant, denn ich kam mit der Lady an der Theke ins Gespräch. Ich orderte deshalb sogar noch ein zweites Bier (das es dort nur in Flaschen, Dosen gibt). 

Sie erzählte mir, dass sie nun Schicht hätte bis 10 Uhr morgens, und ich war ziemlich irritiert, dass der Laden rund um die Uhr auf hat. Wie kann das sein? Bzw. sich rechnen?? Das ist örtlich zwar nicht weit bis zum Barbarossaplatz, aber ich würde doch eher von einer peripheren Lage der Bar sprechen. 

Tja, ein paar wenige Spielautomaten reichen anscheinend schon aus, zumindest die Grundkosten eines Ladens (Miete, Strom etc.) zu decken, ohne dass auch nur ein Getränk gekauft wurde.

Dienstag, 13. Juni 2017

Bücherwelten – Eine Kiste explodierender Mangos

Mohammed Hanif's Roman „Eine Kiste explodierender Mangos“ (engl. orig. 2008) angelte ich aus dem öffentlichen Bücherschrank. Ein Roman eines pakistanischen Autors, der in Pakistan spielt – das ist eher selten auf dem deutschen Buchmarkt zu finden. Der Autor war dort früher Luftwaffenpilot, und das Buch bewegt sich im militärischen Umfeld des Diktators Zia ul-Haq, der 1988 unter fragwürdigen Umständen bei einem Flugzeugabsturz umkam. Jedenfalls dürfte es wohl am Werdegang des Autors liegen, dass die Schilderung des militärischen Milieus recht authentisch wirkt.

Das Buch ist häufig ziemlich boshaft-anarchistisch, wenn die zelebrierten militärischen Riten, Denkweisen und Kommandostrukturen geschildert werden. Im Mittelpunkt steht dabei ein Luftwaffenkadett, der vielleicht auch ein Motiv hat, den Diktator umzubringen, dann aber zunächst in die Mühlen des Geheimdienstes gerät, der – vielleicht nicht nur bei Diktaturen üblich – paranoid wirkenden Bedrohungsszenarien nachgeht und zugleich auch seine eigenen Intrigen spinnt. 

Ein ziemlich gutes Buch, das für den Booker Prize nominiert war und andere Preise gewann. Das fanden viele, auch seinerzeit die Dame von der Frankfurter Rundschau. Ursula Gräfe hat es demnach wohl auch gut übersetzt. Irgendwie ist es bemerkenswert, dass der Autor zuvor 12 Jahre in London lebte und in dem Jahr, als dieses Buch erschien, nach Pakistan zurückkehrte. 

In Pakistan war ich noch nie. Es gilt als gefährlich. Es ist kompliziert – und man weiss nicht, wie es enden könnte. Vielleicht so?