Samstag, 27. Mai 2017

Nur Bruch!

Das Basketball spielen lief am Mittwoch nicht wie gewünscht – mit Fingerverletzung ausgeschieden. Ich habe das Problem notdürftig behandelt (Finger verbunden und fixiert) und ging am Donnerstag wandern. 

Heute ging ich zum Arzt, aber da war natürlich nur eine Notbesetzung. Und die legte mir dringend nahe, ins Krankenhaus zu gehen. Das habe ich dann auch gemacht, ist hier von der Wohnung aus nicht weit weg, nur 400 m oder so. Dort war ich noch nie, aber jetzt kenne ich das Krankenhaus besser. 

Das hat gedauert, 3 – 4 Stunden war ich dort und musste 4 Stationen durchlaufen. Erst die Notfallaufnahme, dann zum Röntgen. Das ging noch schnell. Doch das Röntgenbild zeigte einen schrägen Bruch des mittleren Knochens im kleinen Finger (das habe ich nicht erwartet, dachte mehr an eine Verstauchung). Danach ging's in den Sanitätsraum. Das dauerte länger. Schiene, Verband – und so sieht's jetzt aus:

Aber das ist jetzt nur ein Provisorium, denn der Finger muss operiert werden – zwei Schrauben sollen den Knochen zusammenhalten und dafür sorgen, dass er wieder richtig zusammen wächst. 

Die 4. Station war die Anästhesie – Beratung. Das dauerte, bevor ich dran kam. Tja, wird wohl eine Vollnarkose werden, Operation geplant am Montag. Alle, die operiert werden, werden für 07:00 Uhr einbestellt. Dann ließ ich mich noch krank schreiben. 

Und das alles nur wegen eines unglücklichen Ballkontakts, noch nicht mal „Feindberührung“, auch kein Sturz. Die Knochen scheinen morsch zu sein. 

Ich werd's zu hören kriegen: „Sport ist Mord“. 

So, das war technisch ziemlich zeitaufwändig zu schreiben, denn wie obiges Bild zeigt, ist die (rechte) Hand für Tastatur und Maus nur sehr eingeschränkt zu gebrauchen, und mit der linken Hand habe ich größere Koordinationsprobleme.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Wanderung Düren – Gürzenicher Bruch - Kreuzau

Am letzten Sonntag war ich Wandern. Am Bahnhof Düren entschied ich spontan, den Plan zu ändern und ging dann direkt von Düren aus am südlichen Rand von Gürzenich entlang.


>Alte und neue Fabrikarchitektur in Düren
 


>Hof bei Gürzenich<


 
 >Blick auf die Kirche von Birgel

Das war eigentlich dann schon fast alles, was „neu“ an der Route war. Man kommt später zu weitgehend unzugänglichen Teichen, die vielleicht alte Klärteiche waren und heute als Biotope mitten in einem Golfplatz liegen. Interessant für mich war der sich anschließende Gürzenicher Bruch. 

  
 >Teich und Frosch im Gürzenicher Bruch. Es dürfte sich um einen Teichfrosch handeln. Die Frösche waren nicht im oben gezeigten Teich zu finden, sondern in einer größeren Pfütze, wo auch noch Kaulquappen drin herum schwammen. Meist haben meine Kameras Schwierigkeiten, die nasse Haut von Fröschen wegen Lichtreflexen halbwegs natürlich wiederzugeben. Dieser Frosch hier hat sich aber - ohne Geld, Mücken oder sonst etwas zu verlangen - aus ca. 1 m Entfernung ganz gut ablichten lassen.<

 
Vor gut 7 Jahren entdeckte ich im Gürzenicher Bruch mächtige Eichen in mythisch-biblischem Alter und wollte mal nachgucken, ob sie noch stehen. Wider Erwarten stehen sie noch:



 
Weiter nach Südwesten im angeblichen Wald (lt. meiner topographischen Karte) kommt man allerdings nicht, da ein militärischer Zaun den Weg versperrt. Ich verließ den Wald, der Rest des Weges nach Kreuzau war dann bekanntes Terrain.


>Landschaft südlich von Birgel



>Trafohaus in Kufferath<



>Lost Place nahe Welk

In Kreuzau habe ich wieder wegen des Andrangs dort auf das Eis verzichtet. Früher gab es interessantere gastronomische Lokalitäten in Kreuzau. Ich meine, dort wo das Eis-Café heute ist, war mal ein richtiges Café, in dem ich auch einkehrte. 

Das Eis gönnte ich mir dann Köln.

Dienstag, 23. Mai 2017

Eis

Es eröffnen noch Eisdielen, habe ich kürzlich festgestellt. Jedenfalls gibt es eine neue Eisdiele nahe am Neumarkt, die auf einem der von mir optional häufig begangenen Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz liegt: 


Das könnte Geld kosten. Gestern habe ich dort auf dem Nachhauseweg ein erstes leckeres Eis gekauft. 1 €/Kugel – vermutlich ein Einführungspreis, denn normalerweise sind die Kugeln in Köln teurer. 

Morgen spielt nahebei Agnes Obel im Gloria, etwa 45 € kostet das. Stolzer Preis. Das hätte ich noch erwogen auszugeben, da mir Künstlerin und Veranstaltungsstätte zusagen, allerdings ist das Konzert mittlerweile ausverkauft und wegen meiner Basketball-Aktivitäten an manchen Mittwochs würde es morgen auch mit dem Sport kollidieren. Bedauerlich ist das trotzdem, denn Frau Obel wird nie wieder so jung, gut und preiswert zu haben sein.

Man sieht, an anderer Stelle kann Geld gespart werden. 

Montag, 22. Mai 2017

Filmwelten – Verleugnung und andere Filme



Mick Jackson's Film Verleugnung erzählt von einem Gerichtsprozess, in dem es darum ging, ob es den Holocaust und speziell die gezielte Vergasung von Menschen in Ausschwitz gegeben hat und welche Beweise es wirklich dafür gibt. Ein britischer Holocaust-Leugner (gespielt von Timothy Spall), selbst Autor diverser Werke, verklagt eine amerikanische Buchautorin (Rachel Weisz) wegen Verleumdung, weil sie ersteren als Lügner bezeichnet hat. Der Prozess findet in England statt, weil dort die Beklagte die Beweise vorbringen muss und nicht der Kläger.

Dieser Film interessierte mich schon deshalb, weil Polen mein Urlaubsziel war. [Allerdings scheiterte der Ausschwitz-Besuch, weil es keine Eintrittskarten mehr gab, als ich am Lager ankam]. Gerichtsprozesse sind manchmal sowieso schon interessant, weil die Denkweise von Juristen oft aus meiner Sicht gänzlich anders ist als die von nicht juristisch geschulten Normalbürgern. Und es ist deshalb auch interessant, dass die Anwälte der Lady keinesfalls Zeitzeugen hinzuziehen wollten. 

Schauspielerisch fand ich den Film ziemlich überzeugend. „Der Irving-Lipstadt-Prozess verteidigte die Meinungsfreiheit gegen ihren Missbrauch durch Hetze und Faktenfälschung – und entlarvte einen Neonazi, der sich, wie so viele Lügner, als Querdenker missverstand,“ konstatiert mehrfilm

Olivier Jahan's Film Die Schlösser aus Sand erzählt von einem Ex-Pärchen. Als der Vater der Frau stirbt, bittet sie ihren Ex-Freund mit in die Bretagne zu kommen, um dort den Hausstand aufzulösen und das Haus am Meer zu verkaufen. Sie engagiert zu diesem Zweck eine Immobilien-Maklerin. Während sie das Haus räumen und fit machen, verarbeitet die Frau (in Rückblenden) den Tod ihres Vaters und beiden versuchen, auch ihre gescheiterte Beziehung zu verarbeiten. Dabei kommen sie sich wieder näher.

Angenehm entspannter Film, aber auch nicht mehr. Mich störten die Analysen aus dem OFF. Quotenmeter konstatiert: „Dieses auf den ersten Blick so unscheinbare, französische Meisterwerk erzählt unter Zuhilfenahme wahrhaftiger Charaktere von den herzzerreißenden Stationen einer bitteren Liebe“.

Amma Asante's Historiendrama A United Kingdom beginnt in London, wo sich kurz nach Ende des 2. Weltkrieges eine Büroangestellte (Ruth Williams Khama) und ein Schwarzer kennen und lieben lernen. Doch ein Heirat zwischen weiss und schwarz wird nicht gern gesehen – auch nicht in Afrika, wo der Mann König seines Landes werden soll, das unter dem „Schutz“ der Briten steht. Sie heiraten trotzdem – und dann fliegen sie nach Betschuanaland, wo die Probleme erst anfangen, da die „Stammesregierung“ von der weissen Königin überzeugt werden muss und die Briten ihre kolonialistischen Intrigen planen.

Kinozeit meint, dass „das Ergebnis ein stilvoller, couragierter, eindringlich gespielter Film“ ist, aber ich selbst empfand den Film als eher konventionell inszeniertes Geschichtsdrama. Immerhin kann man sich ungefähr vorstellen, welche Verhältnisse die Frau in Betschuanaland angetroffen hat (viel zivilisiert-städtisches Leben gab es da damals nicht). 

Das wirklich Besondere ist aber weniger der Film, sondern sind mehr die realen Fakten wie der Umstand, dass die beiden damals wirklich geheiratet haben, ihre Ehe gegen alle Widerstände und - bis auf eine mehrjährige intrigenbedingte Verbannung – bis zu ihrem Lebensende im heutigen Botswana durchgezogen haben. 

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Die Schlösser aus Sand: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Verleugnung: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
United Kingdom: tendenziell eher unwahrscheinlich

Der Ball

Gestern Nachmittag war ich doch einigermaßen irritiert bei meinem Bummel durch die Kölner Südstadt. Überall, wo ein Fernseher lief, standen Trauben von Menschen vor den Kneipen. 


>Am Chlodwigplatz, Köln-Südstadt

Dabei rannten auf der Mattscheibe doch lediglich die Mannschaften zweier städtischer Klubs dem Ball hinterher. Na klar, eine davon spielte für Köln.

Sound-Landschaften (12/2017)

In dieser Prüfserie würde ich am ehesten zu der Jazz-Platte von Paolo Fresu, Richard Galliano & Jan Lundgren greifen. 

Paolo Fresu, Richard Galliano & Jan Lundgren. Album: Mare Nostrum II (2016). Mindestens dreizehntes Album des seit den 1980er Jahren aktiven italienischen Jazz-Trompeters Paolo Fresu, das natürlich in Kooperation mit anderen Musikern entstand. Rein instrumentell, oft sehr melancholischer Sound, kann gefallen. Br-klassik sucht zwar „nach mehr Wagnis, nach mehr Reibung, nach mehr Ekstase, nach mehr Jazz“ und hat damit wahrscheinlich nicht unrecht, aber man kann eben nicht alles haben. SHR: 18 T – 101 T, WD: 6/d.  

Sus Dungo. Album: Down the River (2015). Zweites Album einer lettischen Neo-Folk-Band, in der nur Frauen aktiv sind. Das Album weist Progressive-Rock-Anleihen auf. „Wenn Schönheit und musikalische Eleganz Hand in Hand gehen, dann ist deren Name Sus Dungo“, meint musikreviews. Ich selbst empfinde den Sound aber als zu „harmlos-harmonisch-friedfertig“. SHR: 1 T, WD: n.v.  

Trance To The Sun. Alben: Atrocious Virgin (2001), Via Subterranea (2016). Diese US-amerikanische Band mit Ladies am Micro war vor allem in den 1990er Jahren aktiv, ohne dass ich bis dato je überhaupt irgendetwas von ihnen gehört hätte; ich schätze mal, ihre Musik kam in Europa praktisch nicht an. „Atrocious Virgin“ war bereits ungefähr ihr siebtes Album, „Via Subterranea“ wäre dann ihr nunmehr achtes Album nach 15-jähriger Schaffenspause. Den Sound auf „Atrocious Virgin“ hat jemand als „ätherischen Dark Wave“ beschrieben. Das trifft es ganz gut. Die Songs unterschreiten selten die 6-Minuten-Marke, können auch mal 17 Minuten lang sein und haben daher Raum für ausgedehnte instrumentelle Passagen. Mir ist der Sound allerdings zu „synthetisch“ und die Voices überzeugen mich auch nicht. Das neue Album ist vielleicht etwas melodischer und hat mehr Progressive- und Art-Rock-Elemente, hat aber auch ähnliche Schwächen wie der Vorgänger. SHR: 1 T, WD: n.v.  

Ulan Bator. Alben: En France, en Transe (2013), Stereolith (2017). Diese Band, diesmal in französisch-italienischer Besetzung, hat hiermit seit 1993 ihr mindestens zehntes Album fabriziert, ohne dass ich zuvor anscheinend irgendetwas von der Band mitbekommen hätte. Sie ist überwiegend im Krautrock zu Hause, hat auch personelle Kontakte zur deutschen Band „Faust“ gehabt, ist aber auf dem neuesten Album harmonischer, alternativer und elektronischer geworden. Hier sind überraschenderweise auch nur Stücke zu finden, die unterhalb der 6-Minuten-Marke bleiben. „Die Musik verströmt … immer eine gewisse melancholisch-verträumte, angedüstert- schräge Atmosphäre“, meinen die babyblauen-seiten zum Album. Man kann das gut anhören, ohne zugreifen zu müssen. Das Album „En France, en Transe“ war hingegen noch deutlich krautrockiger, ohne deshalb zwangsläufig besser zu sein. SHR: 1 T, WD: n.v.  

Virtual Plants. Album: Sleeping On Trains (2017). Debut-Album eines deutschen Duos mit melodisch-melancholischem Synthi-/ Electro-Einschlag. Das kann ich anhören, ohne zugreifen zu müssen. SHR: 1 T, WD: n.v.  

Wallis Bird. Album: Home (2016). Fünftes Album einer irischen Singer-/Songwriterin, die in Deutschland ansässig ist. Wirkt relativ eigenständig. Das kann ich anhören, ohne zugreifen zu müssen. SHR: 18 T – 550 T, WD: 37/d. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs.